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Eisspeedway Matador Franky Zorn

Dröhnende Motoren, von Null auf 100 in nur vier Sekunden und das auf einem Motorrad gespickt mit Spikes auf blankem Eis. Oft kleben die Fahrer nahe aneinander, in extremster Schräglage und rasanter Aktion. Salzburgs Eisspeedway-Hero Franky Zorn ist im internationalen Topfeld seit vielen Jahren mit dabei.

 „Eisspeedway ist in Österreich eigentlich keine typische Motorsportart. Bei uns fehlt hier – verglichen mit anderen Ländern – völlig die Infrastruktur“, erzählt Zorn. Im Osten hat diese Sportart einen ganz anderen Stellenwert und wird als „Volkssport“ enorm unterstützt. „In Russland gibt es beispielsweise eine professionelle Liga mit Clubs und einer riesigen Anzahl an Fahrern. Nachwuchs wird von Klein auf gefördert, vergleichbar mit dem Skisport bei uns.“

Talent allein reicht nicht

So gesehen ist der 47-jährige Saalfeldener im Wesentlichen eine „One-Man-Show“. Österreichs Aushängeschild im Eisspeedway ist ursprünglich gelernter Mechaniker und gab sein Renndebüt 1993. Fünf Jahre später feierte er seinen ersten Sieg. 2000 gelang ihm mit dem Vize-Weltmeistertitel ein großer Wurf. 180.000 Schilling hatte er damals aufgenommen und Job und Alltag hinter sich gelassen. Seither folgten eine ganze Reihe Siege und Titel. Mittlerweile stand er insgesamt schon knapp hundert Mal strahlend am Podest. Seine größten Erfolge neben dem Vize-Weltmeister sind der EM-Titel 2008 und zwei WM-Bronzene 2008/09. Den EM-Titel holte er eine Woche nach dem Heimrennen in Lenzing, bei dem er zu Sturz kam, sich eine Rippe brach und Stichwunden von den Spikes davontrug und sich selbst nähte. 2015 schaffte er – wie 2009 und 2013 – die Titel Team Vize-Weltmeister.  

Nur wenige Nicht-Russen haben solche Erfolge im Eisspeedway geschafft. Doch verdienen tut sich der Saalfeldener Franky Zorn – im Unterschied zu ihnen – immer noch nichts mit seinem Sport. Dazu kommt die russische Übermacht. Im Vergleich: Eisspeedway betreiben in Russland 4000 starke Männer – in Österreich sind es nur eine Hand voll. „Die russischen Eisspeedway Fahrer werden in ihrem Land wie Helden verehrt“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enormer Druck auf Schultern

Vieles selbst zu machen, das ist für den Top Athleten auch körperlich anstrengend: „Nach den Rennen in Holland etwa bin ich eine Nacht durchgefahren und völlig fertig angekommen. Trotzdem stehst du dann in der Werkstatt und pflegst und putzt gleich wieder deine Maschinen. Ich versuche mich in kurzer Zeit wieder zu regenerieren und für die nächsten Rennen vorzubereiten.“
Der gelernte Mechaniker tüftelt während des Sommers ständig am Bike. Dazu kommt permanentes Training. Der Vater einer Tochter und eines Sohnes, die ebenfalls schon im Besitz von eigenen Motocross-Bikes sind: „Während der Saison sitze ich zwischendurch am Ergometer und mache etwas Krafttraining, mehr nicht. Oft sind es bis zu 40.000 Kilometer, die ich mit dem Bus auf meinen Strecken zu den Rennen zurückgelasse. Da gehen auch geschätzte 9000 Euro allein nur für Sprit auf“, lacht Franky über diese Rechnung und fügt ernst hinzu: „Übrig bleibt da nichts.“

Angst hat keinen Platz

Nervenaufreibende Verfolgungsjagden mit einer russischen Übermacht. Drei Zentimeter lange Stahl-Spikes erlauben dem Eisspeedway Fahrer das Rennen auf dem Eis. Wie ist es da eigentlich mit der Angst? „Das hat während der Saison keinen Platz, du steckst das einfach weg. Am Ende der Saison, da setze ich mich dann dafür hin und plärre eine halbe Stunde. Da fällt dann alles wie eine tonnenschwere Last von der Schulter. Vorher gibst du einfach alles und denkst nicht darüber nach, was passieren könnte und auf welch hohes – lebensgefährliches – Risiko du dich da eigentlich einlässt“.

Die wichtigsten bisherigen Erfolge von Franky Zorn:
Team Vize Weltmeister 2015
Team Vize Weltmeister 2009-2013
1x Europameister 2008
1x Vizeweltmeister 2000
2x WM-Bronze 2008 und 2009
1x EM-Bronze
3x Bronze Team-WM 1999, 2004 und 2009
1x Bronze Team-EM 2005

Fotos: @ Franky Zorn

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