Die Pinzgauer Stadt Zell am See wartet mit einer Vielzahl an Wandermöglichkeiten auf. Eine davon ist eine Tour zur Schwalbenwand auf gut 2.000 Metern Höhe mitten in den Pinzgauer Grasbergen. Ein Ausflug zu diesem beeindruckenden Aussichtsberg, der mit zwei Gipfelkreuzen überrascht.
Bereits die Anreise zur Schwalbenwand-Wanderung, vorbei am Zeller See zum Stadtteil Thumersbach auf der anderen Seeseite und über mehrere Kurven hinauf bis zum Berggasthof Mitterberg auf 1.200 m, ist ein Naturerlebnis. Wollen wir jetzt bereits einkehren, um die Aussicht auf den Zeller See und das Kitzsteinhorn zu genießen? Nein, dafür ist es doch noch ein bisschen zu früh. Wir fahren an der kleinen Kapelle vorbei und stellen unser Auto auf dem Parkplatz gleich hinter dem Berggasthof ab.

Nun kann die Wanderung beginnen. Ein Tor verschafft Gewissheit, dass ab hier kein Individualverkehr mehr möglich ist. Zu Beginn wandern wir entlang der Forststraße mit freier Aussicht. Kühe grasen auf den Weiden und ein frisches Lüftchen sorgt für etwas Abkühlung von der Sonne, während unsere Blicke über die Hänge und Täler rund um Thumersbach schweifen. Bald weist uns ein Schild den Weg in den Wald.

Der breite Waldsteig ist teilweise von Wurzeln durchzogen und mit Steinen ausgepflastert. Wir stellen uns vor, wie hier früher Tiere auf die Almen getrieben wurden und vielleicht Pferdeschlitten Transporte erledigten. Das Moos und die Gräser des Waldes sorgen für einen besonderen Duft, während die hohen Tannen und Lärchen willkommenen Schatten spenden. Mehrmals überqueren wir die Forststraße und kehren anschließend wieder in den Wald zurück. Dabei fallen uns die zahlreichen Heidelbeersträucher auf, aber leider ist es noch zu früh für die Ernte..
Nach etwa einer Stunde tritt der Weg aus dem Wald heraus und öffnet sich zwischen den Almwiesen. Nun können wir zum ersten Mal zu den Gipfeln hinaufblicken, die vor uns liegen. Direkt vor uns thront die Schwalbenwand, rechts daneben erhebt sich der Hundstein. Die Bäume werden weniger – immerhin befinden wir uns bereits auf etwa 1.600 m.

Auch wenn das Ziel bereits in unserem Blickfeld liegt, ist es noch nicht ganz erreicht. Nach einer kurzen Pause auf einem Plateau mit Aussicht auf den Zeller See und in Richtung Oberpinzgau beginnt ein weiterer Wanderabschnitt. Über einen steilen Grasweg, gesäumt von Blüten und Blumen, gewinnen wir rasch an Höhe.
Nach etwa 30 Minuten steilen Aufstiegs erreichen wir ein markantes Gipfelkreuz, das von schroffen Felsen umgeben ist. Sind wir schon an der Schwalbenwand angekommen? Noch nicht ganz, denn eine Besonderheit dieser Wanderung sind die zwei Schwalbenwand-Gipfel. Wir haben zunächst den ersten Gipfel erreicht – die Maishofener Schwalbenwand auf knapp 1.900 Metern. Wir setzen uns auf einen der Felsbrocken neben dem Gipfelkreuz. Die Aussicht in Richtung Saalbach und Maishofen ist beeindruckend, aber nichts für schwache Nerven, denn das Gelände fällt hier steil ab.

Nun folgen die letzten hundert Höhenmeter über grasiges Gelände, bis wir den eigentlichen Gipfel der Schwalbenwand auf 2.011 Metern erreichen – ebenfalls mit einem Gipfelkreuz. Jetzt haben wir uns die Jause redlich verdient. Mit Blick auf Saalfelden und das Steinerne Meer schmeckt sie gleich noch besser. Auch ein kleines Nickerchen inmitten der Pinzgauer Natur gönnen wir uns.

Für den Rückweg wählen wir teilweise eine etwas andere Route und wandern an der Schützingalm vorbei. Nach etwa fünf Stunden sind wir zurück am Ausgangspunkt – mit vielen neuen Eindrücken und neu getankter Energie im Gepäck. Bei einem Kaffee im Gasthof Mitterberg denken wir nochmals an die abwechslungsreiche Natur, den duftenden Wald, die beiden Gipfel und lassen diese wunderschöne Wanderung zur Schwalbenwand ausklingen.

Für diese Wanderung sollten mindestens vier Stunden eingeplant werden. Weitere Informationen unter: Schwalbenwand Runde – Zell am See-Kaprun