Wenn sich die Wälder des SalzburgerLandes im Hochsommer von ihrer sattgrünen Seite zeigen, dann hat auch eine kleine blaue Beere Saison: die Heidelbeere. Die Waldfrucht kann in vielen Teilen der Region geerntet werden und gedeiht auch als Kulturheidelbeere. Hier einige spannende Fakten rund um ihre Wachstumsbedingungen, ihre positiven Einflüsse auf die Gesundheit sowie Rezepte rund um die „Königin der Waldbeeren».
Bereits die Vielfalt ihrer Bezeichnung zeugt von der Bedeutung der Heidelbeere. Je nach Region und Tal wird sie als Schwarzbeere, Blaubeere, Heidelbeere oder Moosbeere genannt. Die kleine Beere wächst vor allem in und in der Nähe von Wäldern in Höhen zwischen 1.300 und 2.400 Metern. Die mehrere Dutzend Zentimeter hohe Pflanze bevorzugt saure Böden und gedeiht besonders gut an lichtreichen Stellen. Sehr häufig ist sie daher in der Nähe von Nadelwäldern oder in Waldlichtungen zu finden.
Gewöhnlich ist die Beere in den Sommermonaten – etwa von Ende Juni bis Ende August – erntereif. Jedoch tragen bei Weitem nicht alle Heidelbeerstauden auch Früchte. Wer die Heidelbeere erntet, sollte darauf achten, die Beeren sorgfältig zu pflücken und die Heidelbeerstaude nicht zu beschädigen. Vor allem in den gebirgigen Regionen des SalzburgerLandes wird die geschmackvolle Beere seit Generationen in den Wäldern gesammelt – viele Menschen haben ihren persönlichen Geheimplatz.

Positiver Einfluss auf die Gesundheit
Die Heidelbeere schmeckt nicht nur gut und süß, sie ist auch besonders gesund. Verantwortlich dafür sind vor allem die darin enthaltenen Antioxidantien sowie die Vitamine und Ballaststoffe. So etwa kann ihr Verzehr die Zellen schützen und Entzündungen im Körper hemmen. Studien zeigen, dass sie die Durchblutung und die Verdauung fördern kann. Zudem kann sie einen Beitrag zur besseren Augen- sowie Herzgesundheit leisten.
Kulturheidelbeere
Die Heidelbeere ist nicht nur im Wildwuchs, sondern auch als gezüchtete Kulturheidelbeere zu finden. In einigen Orten im SalzburgerLand wird die Heidelbeere auch angebaut. Sie ist etwa doppelt so groß wie die Wildheidelbeere und hat ein weißes Fruchtfleisch – wodurch man keine blaue Zunge bekommt, wie es nach dem Verzehr der wilden Heidelbeere der Fall ist.
Die Kulturheidelbeere wird beispielsweise im Lohninger’s Heidelbeergarten in Anif angebaut und kann dort von den Besucherinnen und Besuchern selbst gepflückt werden. „Direkt am Fuße des Untersbergs wachsen unsere Heidelbeeren mit viel Sonne, frischer Bergluft und großer Sorgfalt“, so Inhaber Gerhard Lohninger. In seinem Heidelbeergarten werden auch Heidelbeersaft, Heidel-Schnaps oder Heidel-Likör am Stand angeboten.

Heidelbeeren in der heimischen Küche
Die Heidelbeere hat seit Generationen einen festen Platz in der regionalen Küche. Die Rezeptvielfalt reicht von verschiedenen Heidelbeerkuchen (siehe Rezept) über Kompott und Marmelade bis hin zu «Muas» – einem Klassiker der traditionellen Hausmannskost (siehe Rezept). Heute bereichert die aromatische Beere nicht nur süße Speisen, sondern verleiht auch Salaten eine fruchtige Frische oder harmoniert hervorragend mit Käse.
Rezept für ein Schwarzbeermuas
Viele Heidelbeerfans haben ihre eigenen Rezepte entwickelt. Die Annaberger Seminarbäuerin Andrea Schilchegger verrät ihr Rezept für Schwarzbeermuas.
Zutaten:
- 500 g Weizenmehl
- 1 TL Salz
- 0,5 l kochende Milch
- Butter
- Heidelbeeren

Für den Teig Weizenmehl, Salz und kochende Milch rasch zu einem Teig verrühren. Großzügig Butter in einer Pfanne erhitzen, den Teig hineingeben und bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldbraun braten. Dann den Teig mit einer Teigschaufel mundgerecht zerkleinern. Zum Schluss die frischen Schwarzbeeren hinzufügen und kurz unterheben.
Rezept für einen Heidelbeerkuchen
Für einen einfachen, aber köstlichen Heidelbeerkuchen teilt Bäuerin Nina Brandner aus Pöham ihr persönliches Rezept mit uns.
Zutaten:
- 180 g Butter, weich, in Stücken
- 160 g Zucker
- 3 TL Vanillezucker
- 4 Eier
- 160 g Naturjoghurt
- 280 g Mehl
- 8 g Backpulver
- 250 g Heidelbeeren

Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Die Eier einzeln unterrühren. Joghurt hinzufügen und gut verrühren. Mehl und Backpulver vermischen und vorsichtig unter die Masse heben. Heidelbeeren behutsam unterrühren. Den Teig in eine Backform füllen und bei 180 °C etwa 50 bis 60 Minuten backen.
Ob beim Sammeln, beim Genießen oder einfach beim Betrachten ihrer tiefblauen Farbe inmitten der Natur – die Heidelbeere gehört zum Salzburger Sommer einfach dazu. Wir wünschen einen schönen Sommer, viel Freude beim Ausprobieren der Rezepte und eine genussvolle Heidelbeerzeit.