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Auf den Spuren der Kräuter und Sagen

Er zählt zu den imposantesten Gebirgsstöcken im SalzburgerLand, überragt die umliegenden Berggipfel und spielt die Hauptrolle in zahlreichen Sagen: der mächtige Hochkönig. Seine schroffen Felsen sind umgeben von sanften Almwiesen, die so manche Naturschätze beheimaten. Kräuterfee Barbara hat mich mitgenommen auf eine faszinierende Entdeckungsreise in der Region rund um den Hochkönig.

Ruhe und Natur am Fuße des Hochkönigs
Begibt man sich in das idyllische Dörfchen Dienten ist es, als würde man die Welt hinter sich lassen. Mit nicht einmal tausend Einwohnern und der Kulisse des mächtigen Hochkönigmassivs findet man hier einen Ort der Ruhe ausstrahlt, die sofort auf den Besucher überschwappt. Die Einheimischen sagen: „Der Hochkönig beschützt uns und gibt uns ein sicheres Gefühl.“ Dass das etwas ganz Besonderes ist, weiß auch Barbara vom Vital Hotel Post. Sie liebt ihre Heimat und teilt diese Liebe gerne und wann immer sie kann mit den Gästen des Hotels. Als geprüfter Wanderguide begibt sie sich im Sommer zweimal täglich auf den Weg in die Berge. Ein besonderes Highlight sind ihre Kräuterwanderungen, zu einer sie mich diesesmal mitgenommen hat.

Kräuter die schmecken und heilen
Direkt vor den Türen des Vital Hotel Post beginnt unsere Reise in die Natur um den Hochkönig. Wir wandern Richtung Bürglalm, eine der insgesamt 13 Kräuteralmen der Region.

Kräuterwandern am Hochkönig

Während unserer Wanderung zeigt mir Barbara immer wieder Blumen die hier wachsen und erklärt mir welchen Geschmack oder welche heilende Wirkung sie haben. „Das ist der wilde Thymian und das der wilde Kümmel. Beide schmecken sehr gut im Salat, genauso wie Gänseblümchen und Löwenzahn. Den Spitzwegerich findet man fast überall und er hilft bei juckenden Insektenstichen oder wenn man sich brennesselt. Und diese gelbe Blüte ist die Arnika, daraus machen wir mit unseren Gästen Arnikaschnaps. Der darf in keiner Küche fehlen“, erklärt mir Barbara. Bereits nach kurzer Zeit sehe ich die zierlichen Almblumen, von denen mir die meisten bekannt vorkommen, mit anderen Augen.

Der Stoff aus dem die Sagen entstehen
Angekommen auf der Bürglalm ist sofort erkennbar, dass auch hier die Gastgeberin eine wahre Kräuterexpertin ist. In kleinen Trögen findet man alle Arten von Kräutern, die man aus der Küche kennt. Doch meine Aufmerksamkeit richtet sich an ein großes Schild mite der Aufschrift „Kräutergarten“, das in einer hochgewachsenen Wiese steckt. „Wir mähen die Wiese nicht, denn schon ein altes Sprichwort sagt: Die Kräuter die du brauchst, wachsen um dein Haus“, erklärt mir Rosi Bürgler, pflückt ein paar zarte Pflanzen aus der Wiese und reicht sie mir, um daran zu riechen.

Bürglalm Kräuteralm

Auf der Speisekarte der Bürglalm finden wir Brennessel-, Schafgarbe-, Preislbeer- und Minzesirup sowie Kräuter-Frischkäse oder Butterbrote mit frischen Almkräutern.

Rosi Bürgler ist eine wahre Koryphäe in der Verarbeitung der Almkäruter, dabei ist das nicht ihr einziges Talent. Sie ist auch die Mutter der Kräutersagen. Ihr enormes Kräuterwissen gespickt mit Phantasie und Empathie ergeben die schönsten Geschichten über die Region Hochkönig. Wie auch auf ihrer gepflegten Bürglalm vereint Gabi in den Sagen die natürliche Schönheit der Alm, wie sie schon immer war, mit dem Komfort in dem wir heute leben. Da wird die Kräuterfee, die in den Teufelslöchern des Hochkönigmassivs lebt, im Notfall ganz selbstverständlich per SMS gerufen. Traditionell kommt sie auf ihrem Hochkönig-Kräuterbesen daher geflogen und in ihrer Kräuterapotheke hat sie für fast jedes Wehwehchen das richtige Kraut.

kreautersagen

Der Kräuter-Wanderpass
Zusammengefasst werden die Geschichten in einem Kräuter-Sagenbuch für Kinder. Dieses kann sich jeder kleine Besucher der Region erwandern, indem er sich, wie ich auf Entdeckungsreise zu den 13 Kräuteralmen begibt. Bereits mit acht Aufklebern im Kräuter-Wanderpass kann man diesen gegen das Sagenbuch eintauschen. Das Pendant für die Erwachsenen ist übrigens ein Kräuterkisterl mit liebevoll gestalteten Naturschätzen aus der Region. Und damit auch ich zu meinem Kisterl komme, wandern Barbara und ich weiter zur nächsten Alm.

krauterkiste

Von der Blüte zum Heilmittel
Die Sonne steht nun hoch am Himmel, daher legen wir immer wieder Pausen ein, um Kräuter zu sammeln. „In der Mittagssonne entfalten die Kräuter ihre volle Wirkung, das ist die beste Zeit um sie zu pflücken“, meint Barbara und zupft behutsam Arnikablüten und Johanniskraut. Zuvor hat sie mir bereits erklärt, dass man lieber die jungen, kleineren Pflanzen wählen sollte und immer nur soviel pflückt, wie man dann auch verwertet. Gelagert werden die Pflanzen in einem Korb, in dem wir sie behutsam ins Tal transportieren können.

arnika-schnaps
Zurück im Hotel begeben wir uns auf die Sonnenterasse, wo auf großen Tischen unsere gesammelten Naturschätze ausgebreitet werden.

1) Arnikaschnaps
Von der Arnika verwerten wir nur die Blüten. Sie werden mittels Holzstab in Glasflaschen gestopft und mit Korn aufgegossen. „Der Arnikaschnaps sollte drei Wochen lang stehen bleiben und zwischendurch immer wieder einmal geschüttelt werden, damit die Pflanzenteile immer wieder mit Alkohol getränkt werden“, erklärt Barbara. „Die Blüten kann man danach abfiltern oder in der Flasche lassen.“ Und nun weiß ich auch, warum der Arnikaschnaps in jeder Küche stehen sollte: Weil er das natürliche Heilmittel gegen Blutvergiftung ist, desinfiziert und die Wundheilung fördert.

arnikaschnaps

2) Johanniskraut
Vom gelben Johanniskraut verwerten wir Blüten, Blätter und Stängel. Es wird in Öl eingelegt und färbt sich mit der Zeit rot. „Einer Sage nach speichert das Johanniskraut im Sommer die Sonnenstrahlen und gibt diese im Winter an die Menschen ab. Klingt das nicht schön?“, erzählt mir Barbara lächelnd und fügt hinzu, dass man es zum Einreiben bei trockener Haut, Muskel- und Gelenksschmerzen oder auch bei Sonnenbrand verwenden kann. Mischt man ein paar Tropfen in den Tee oder lauwarmes Wasser stärkt das die Nerven und regt die Verdauung an.

johanniskraut

Zum Abschied nehme ich noch ein paar Fläschchen der natürlichen Zauberelixiere mit und frage mich insgeheim, wie lange es dauern wird, bis ich zu Hause das erste Mal am Herd stehe und Brennnesselsirup koche. Der war nämlich besonders lecker.

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