{"id":351592,"date":"2019-02-28T11:01:33","date_gmt":"2019-02-28T10:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/?p=351592"},"modified":"2019-05-22T12:26:04","modified_gmt":"2019-05-22T10:26:04","slug":"im-wiegenwald-der-zirben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/im-wiegenwald-der-zirben\/","title":{"rendered":"Im \u201eWiegenwald der Zirben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem \u201e<a href=\"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wandern-durch-den-wiegenwald\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiegenwald der Zirben<\/a>\u201c verh\u00e4lt es sich so wie mit einem echten Schatz: Er liegt \u2013 gut versteckt \u2013 abseits markierter Wege und wird geh\u00fctet wie ein kostbares Geheimnis. F\u00fcr seine Entdeckung sollte man Zeit, aber auch ein wenig Ausdauer und \u201eSchmalz in den Waden\u201c mitbringen. Doch keine Angst! \u201eDie Wanderung ist f\u00fcr alle zu schaffen\u201c, best\u00e4tigt Stefan Altenberger, der als Ranger im Nationalpark Hohe Tauern Sommer wie Winter naturinteressierte Besucher auf gef\u00fchrte Wanderungen mitnimmt. Der Uttendorfer kennt die Gegend rund um die Wei\u00dfsee Gletscherwelt wie seine Westentasche. Startpunkt der Wanderung ist der Enzingerboden im Talschluss des Stubachtals, 17 Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Dieses Hochplateau auf knapp 1.500 Metern Seeh\u00f6he wird vom gro\u00dfen Stubachkraftwerk dominiert. W\u00e4hrend man heute hier vor allem Urlaub in zwei Hotels und privaten Appartements macht, gab es Mitte des 20. Jahrhunderts am Enzingerboden mehrere Wohnh\u00e4user, Lagerr\u00e4ume, eine Gastwirtschaft und sogar eine einklassige Schule f\u00fcr die Kinder der Kraftwerksarbeiter. Bis heute hat sich der Enzingerboden diesen spr\u00f6den, harschen Industriecharme vergangener Tage \u2013 inmitten einer prachtvollen Bergwelt \u2013 bewahrt.<\/p>\n<h2>Keine Beschilderung, doch der Ranger kennt den Weg<\/h2>\n<p>F\u00fcr Besucher des Wiegenwaldes geht es vom Enzingerboden zuerst knackig bergauf: Aufs erste m\u00fcssen rund 200 H\u00f6henmeter \u00fcberwunden werden, nach gut einer halben Stunde weist ein Schild darauf hin, dass man die Au\u00dfenzone des Nationalparks Hohe Tauern erreicht hat. Stefan Altenberger f\u00fchrt ruhig und umsichtig, Schritt f\u00fcr Schritt geht es in die H\u00f6he, Pausen werden zum Trinken und Erkl\u00e4ren genutzt, etwa von Farnen, Moosen und Flechten, die sich wie Urwesen \u00fcber Steine und B\u00e4ume ziehen. Bald lichtet sich der Fichtenwald und der Himmel wird sichtbar. Aus der Dunkelheit des Waldes tritt man in eine romantische Moorlandschaft mit schwarzen Seen, Zirben und L\u00e4rchen. Eine v\u00f6llig neue Vegetation tut sich auf, das Hochmoor erinnert an Kanada oder Schweden. Fast schon meint man, einen Elch auf die Lichtung treten zu sehen. Doch nat\u00fcrlich ist da keiner: Viel wahrscheinlicher w\u00e4re ein kapitaler Hirsch. Immerhin verdankt einer der Seen \u2013 die \u201eHirschlacke\u201c \u2013 dem hier beheimateten Rotwild seinen Namen.<\/p>\n<div id=\"attachment_351594\" style=\"width: 1180px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-351594\" class=\"size-1170_658 wp-image-351594\" src=\"https:\/\/cdn.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-1170x658.jpg\" alt=\"\" width=\"1170\" height=\"658\" srcset=\"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-1170x658.jpg 1170w, https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-1200x675.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1170px) 100vw, 1170px\"><p id=\"caption-attachment-351594\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 SalzburgerLand Tourismus \u2013 Michael Gr\u00f6ssinger, Mit dem Nationalpark Ranger unterwegs im Wiegenwald Uttendorf\/Wei\u00dfsee<\/p><\/div>\n<h2>Spektakul\u00e4re Baumriesen: Hier wachsen bis zu 1.000 Jahre alte Zirben<\/h2>\n<p>Schritt f\u00fcr Schritt, in vollkommener Ruhe und ehrf\u00fcrchtig folgen wir dem schmalen Pfad: Auf den tiefschwarzen Moorseen hinterlassen Wasserl\u00e4ufer kleine Kreise, Schwarzbeeren am Wegesrand verf\u00fchren zum Naschen. Nun wird der Wald erneut dichter und zugleich romantischer, mystischer und geheimnisvoller: Wir sind im Reich der \u201eK\u00f6nigin der Alpen\u201c angekommen. Denn so wird die Zirbe auch genannt und der Wiegenwald gilt als einer der gr\u00f6\u00dften Zirbenbest\u00e4nde des Nationalparks Hohe Tauern. Der Wald mutet m\u00e4rchenhaft an: Fliegenpilze sprie\u00dfen aus dem sattgr\u00fcnen Moos, dichte Baumb\u00e4rte wallen im feuchten Nebel. \u201eWir haben hier einige der \u00e4ltesten Zirben der Alpen, einige von ihnen sind an die tausend Jahre alt\u201c, erl\u00e4utert Stefan Altenberger. Dass der Wald unangetastet geblieben ist, obwohl Holz \u00fcber die Jahrhunderte eine wichtige Wirtschaftsressource f\u00fcr die Salzgewinnung im F\u00fcrsterzbistum Salzburg war, ist den m\u00e4chtigen Landesf\u00fcrsten selbst zu verdanken: Sie erkannten die Sch\u00f6nheit des Waldes und bestanden schon vor hunderten von Jahren auf dessen Schutz.<\/p>\n<h2>Die alten Zirben lehren uns Best\u00e4ndigkeit und \u00dcberlebenswillen<\/h2>\n<p>M\u00e4chtig sind die uralten Zirben, rau und von grober Struktur ihre Rinden. Unglaublich, wie lange diese Baumriesen hier schon stehen: Welch\u2018 harte Winter, trockene Sommer, Schneest\u00fcrme und Gewitter sie erlebt haben. An manchen Zirben sind Blitzeinschl\u00e4ge zu erkennen. Dennoch lebt ein Teil von ihnen weiter. Sie strahlen eine ungeheure Kraft und fast magische Energie aus: Tief verwurzelt scheinen sie sich gegen alle \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse zur Wehr zu setzen. So sehr h\u00e4ngen sie am Leben. Fast schon wie eine Metapher schwebt ihr \u00dcberlebenswille \u00fcber uns. Verstehen wir ihre Botschaft? Geht es genau darum? Den \u00e4u\u00dferen Widerst\u00e4nden im Leben zu trotzen, stark verwurzelt zu bleiben und am Leben festzuhalten?<\/p>\n<p><iframe title=\"Zauberhafte W\u00e4lder in Uttendorf\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/bm72eVYX9gI?feature=oembed&amp;rel=0&amp;modestbranding=1\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h2>Von giftigen Wolfsflechten und winterlicher Vorratshaltung<\/h2>\n<p>Immer wieder l\u00e4sst uns der Nationalpark-Ranger Zeit, den eigenen Gedanken nachzuh\u00e4ngen. Und diese wandern wie von alleine durch den Wiegenwald: Tiefe Wolken t\u00fcrmen sich \u00fcber der Hohen F\u00fcrleg, ein pechschwarzer Alpensalamander quert unseren Weg und verharrt dann in vollkommener Stille. Die Tiere treten so selten auf, dass sie unter strengem Schutz stehen, doch ein Foto ist erlaubt. Wir lernen, dass es der Tannenh\u00e4her mit seinem heiseren Kr\u00e4chzen ist, der daf\u00fcr sorgt, dass sich der Wiegenwald immer wieder verj\u00fcngt: Jahr f\u00fcr Jahr legt sich der Vogel einen Vorrat an Zirbenn\u00fcssen an, um gut \u00fcber den Winter zu kommen. Vergisst er das ein oder andere Versteck, geht an dieser Stelle eine neue, junge Zirbe auf. Stefan Altenberger zeigt uns, wie man die N\u00fcsschen aus den Zirbenzapfen bricht: Bis zu 70 dieser Samen transportiert der schwarze Vogel in seiner Kehltasche. Und noch eine Besonderheit entdecken wir mit ihm: Die fast neon-gelb leuchtende Wolfsflechte, die fr\u00fcher dazu genutzt wurde, um Fuchs- oder Wolfsk\u00f6der zu vergiften. \u201eEine beliebte Methode, um Raubtiere zur Strecke zu bringen\u201c, erkl\u00e4rt uns Stefan Altenberger.<\/p>\n<div id=\"attachment_351595\" style=\"width: 1180px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-351595\" class=\"size-1170_658 wp-image-351595\" src=\"https:\/\/cdn.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-2-1170x658.jpg\" alt=\"\" width=\"1170\" height=\"658\" srcset=\"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-2-1170x658.jpg 1170w, https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald-2-1200x675.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1170px) 100vw, 1170px\"><p id=\"caption-attachment-351595\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 SalzburgerLand Tourismus -Michael Gr\u00f6ssinger, K\u00f6stliche Heidelbeeren gefunden!<\/p><\/div>\n<h2>Der Wiegenwald bewahrt sich seine Geheimnisse<\/h2>\n<p>Und so wandern wir weiter und weiter nach oben: Nach dem Hochmoor liegt nun auch der Zirbenwald hinter uns und auf rund 1.800 Metern Seeh\u00f6he sind wir im Reich der Latschenkiefer angelangt. Mittendrin versteckt: die wundersch\u00f6n gelegene Stierbichlh\u00fctte. Seit Jahrzehnten ist sie in Privatbesitz und Unterkunft f\u00fcr Weidm\u00e4nner, die den Wiegenwald als Jagdrevier nutzen.<\/p>\n<p>Von hier aus er\u00f6ffnet sich nun ein gigantischer Blick auf den Gr\u00fcnsee, die Mittelstation der Wei\u00dfsee Gletscherbahn und auf die Wei\u00dfsee Gletscherwelt, wo sich mit der Rudolfsh\u00fctte das einzige 3-Sterne-Hotel der Alpen befindet, das ausschlie\u00dflich zu Fu\u00df oder per Bergbahn erreichbar ist. Im Winter wird hier oben Skigefahren, im Sommer wird gewandert.<\/p>\n<p>Wir aber verlassen auf einsamen Pfaden allm\u00e4hlich den Wiegenwald. Zur\u00fcck ins Tal geht es mit der Bergbahn: Von der Gondel aus werfen wir einen letzten Blick zur\u00fcck. F\u00fcr ein paar Stunden hat dieses Naturidyll seine Geheimnisse offenbart. Nun scheinen die Pforten in sein Reich wieder verschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_351596\" style=\"width: 1180px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-351596\" class=\"size-1170_658 wp-image-351596\" src=\"https:\/\/cdn.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald3-1170x658.jpg\" alt=\"\" width=\"1170\" height=\"658\" srcset=\"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald3-1170x658.jpg 1170w, https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/wiegenwald3-1200x675.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1170px) 100vw, 1170px\"><p id=\"caption-attachment-351596\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 SalzburgerLand Tourismus \u2013 Michael Gr\u00f6ssinger, Ausblick auf die Bergwelt in Uttendorf\/Wei\u00dfsee<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem \u201eWiegenwald der Zirben\u201c verh\u00e4lt es sich so wie mit einem echten Schatz: Er liegt \u2013 gut versteckt \u2013 abseits markierter Wege und wird geh\u00fctet wie ein kostbares Geheimnis. 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