{"id":334634,"date":"2019-01-15T15:26:01","date_gmt":"2019-01-15T14:26:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/?p=334634"},"modified":"2020-03-26T15:47:39","modified_gmt":"2020-03-26T14:47:39","slug":"kulinarischer-waldspaziergang-und-interview-mit-johanna-maier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/kulinarischer-waldspaziergang-und-interview-mit-johanna-maier\/","title":{"rendered":"Kulinarischer Waldspaziergang"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als Vorspeise ein Wildhasen- oder Reh-Carpaccio von Josef Steffner<br>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<\/strong><\/p>\n<p>350 g Rehschl\u00f6gl oder Wildhase, zugeputzt<br>\n4 EL Apfelessig<br>\nMesnerhaus Kr\u00e4utersalz<br>\n1 Zweig frischer Rosmarin, fein geschnitten<br>\nPfeffer aus der M\u00fchle<br>\nWacholder\u00f6l<br>\nVogelbeeren, eingelegt<br>\nHollerkapern<br>\nWaldklee<br>\nFlechte, fritiert und gesalzen<br>\nEierschwammerl, eingelegt in Essig<br>\nSteinpilzpraline, je 2 St\u00fcck<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Reh- bzw. Wildhasenfleisch mit etwas Pfeffer und Rosmarin marinieren, zu einer Rolle formen und in einen Wurstdarm (Durchmesser 3 cm) f\u00fcllen. Die Rolle leicht anfrieren lassen, damit man d\u00fcnne Scheiben f\u00fcr das Carpaccia schneiden kann. In der Zwischenzeit eine Marinade aus Essig, Wacholder\u00f6l, Kr\u00e4utersalz, Hollerkapern, Rosmarin und etwas Wasser anr\u00fchren.<\/p>\n<p>Zum Anrichten das Fleisch d\u00fcnn auf einen kalten Teller auflegen, etwas salzen und mit der Marinade behutsam betr\u00e4ufeln. Nun das Gericht mit dem Waldklee, Vogelbeeren, Eierschwammerl und Flechten garnieren. Die Steinpilz Praline platzieren und zu guter Letzt mit fein gehobeltem und getrocknetem Reh vollenden bzw. Raspel davon dar\u00fcber streuen.<\/p>\n<p><strong>Steinpilz Praline:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<\/strong><\/p>\n<p>2 mittelgro\u00dfe Steinpilze<br>\n1 kleine Schalotte, fein geschnitten<br>\nButter<br>\n1 EL Selleriep\u00fcree<br>\nMesnerhaus Kr\u00e4utersalz<br>\n1 TL frisch geschnittener Schnittlauch<br>\nfeine Scheiben vom Wildhasen- oder Reh-Carpaccio<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Pilze gut putzen und in Scheiben schneiden. Diese in einer Pfanne mit Butter bei guter Hitze goldgelb auf beiden Seiten anbraten, Schalotten unterr\u00fchren und abschmecken. Pfanne vom Herd geben und die Masse auf ein Brett geben und fein hacken. Die Masse mit Schnittlauch und Selleriep\u00fcree gut vermengen, abschmecken und zu kleinen Kn\u00f6deln von je 8 bis 10 g formen. Die Kn\u00f6del mit feinen Scheiben Wildhasen- oder Reh-Carpaccio umh\u00fcllen und mit getrocknetem, gehobeltem Rehfleisch bestreuen.<\/p>\n<p><strong>Als Hauptspei\u00dfe gibt es geschmorte Rehkeule von Johanna Maier<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<\/strong><\/p>\n<p>1 kg Rehschl\u00f6gerl<br>\n1-2 EL Wildgew\u00fcrz \u201eJohanna Maier\u201c<br>\n100g \u00d6l<br>\n1 EL kleinw\u00fcrfelig geschnittene Zwiebel<br>\n\u00bd Knollensellerie<br>\n2 Stangen Staudensellerie<br>\n2 Karotten<br>\n\u00bd Lauch<br>\n1 EL Tomatenmark<br>\n200-400 ml roter Portwein<br>\n100 ml Rotwein<br>\n1,5 l Gem\u00fcsefond<br>\n2 Handvoll Waldpilze<br>\nFrische Thymianbl\u00fcten<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfe Polenta<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>140 g Milch<br>\n40 g Butter<br>\n70 g wei\u00dfe Polenta<br>\n1 Ei<br>\n40 g Wei\u00dfbrot, entrindet und kleinw\u00fcrfelig geschnitten<br>\nMuskatnuss, gerieben<br>\nSalz nach Geschmack<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Fleisch mit Wildgew\u00fcrz einreiben, im Schmortopf das \u00d6l erhitzen, das Fleisch von allen Seiten gut anbraten, Tomatenmark, Alkohol und Suppe zugeben. Rehschl\u00f6gerl daraufsetzen, Schmortopf verschlie\u00dfen und bei 140 \u00b0C im Backofen ca. 2 Stunden schmoren. Dann Rehkeule herausnehmen, Sauce passieren, auf die gew\u00fcnschte Konsistenz einreduzieren lassen, eventuell mit Maizena und kaltem Wasser binden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Polenta Milch mit Butter aufkochen. Polenta einr\u00fchren und ca. 5 Minuten kochen, bis die Polenta weich ist. Polentamasse etwas ausk\u00fchlen lassen. Ei und Wei\u00dfbrotw\u00fcrfel gut unterr\u00fchren und w\u00fcrzen. Kn\u00f6derl formen und in leicht gesalzenem, k\u00f6chelndem Wasser ca. 10 Minuten kochen.<\/p>\n<p><strong>Als Dessert serviert Vitus Winkler einen Beerenwald\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zirbenholzwasser <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>250 g Zirbenholz frisch, in feine Sp\u00e4ne gehackt<br>\n1 l Wasser<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Zirbenholzsp\u00e4ne mit hei\u00dfem Wasser \u00fcbergie\u00dfen und danach f\u00fcr mind. 1 Woche in den K\u00fchlschrank stellen.<\/p>\n<p><strong>Preiselbeer-Zirbensorbet<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>250 g Preiselbeeren, einfrieren<br>\n1 Eiwei\u00df<br>\n1 Prise Salz<br>\n80 g Kristallzucker<br>\n1\/8 l Zirbenholzauszug<br>\n1\/16 l Schaumwein<br>\n1 EL Waldhonig<br>\n2 cl Zirbenschnaps<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Eiwei\u00df mit Salz und Zucker steif schlagen. Zirbenholzwasser, Schaumwein und die gefrorenen Preiselbeeren kurz im Mixer oder mit einem Zauberstab p\u00fcrieren, nach und nach den Eischnee einmixen, mit Honig und Zirbenschnaps abschmecken und f\u00fcr 1 Stunde einfrieren bis eine feste Konsistenz gegeben ist.<\/p>\n<p><strong>Schokoladenmousse (Baumstamm)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>150 g Zar<br>\nbitterschokolade 70 %, klein geschnitten<br>\n300 ml\/g Obers, geschlagen<br>\n1 cl Inl\u00e4nder Rum 38 % vol. oder Amaretto<br>\n1 Ei<br>\n1 Eidotter<br>\n1 Prise Salz<br>\n40 g Kristallzucker<br>\nKakaopulver, ohne Zucker zum Bestreuen<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Schokost\u00fcckchen in eine Edelstahlsch\u00fcssel geben und \u00fcber Wasserdampf (Wasserbad vom Herd ziehen) vorsichtig schmelzen lassen. Es darf kein Wasser in die fl\u00fcssige Schokolade tropfen, ansonsten stockt sie. Die Schokolade mit dem Teigschaber so lange glattr\u00fchren, bis keine St\u00fcckchen mehr zu sehen sind und diese einen sch\u00f6nen Glanz aufweist. Die Schokolade schmilzt schon ab 32 \u00b0C. Das geschlagene Obers mit dem Rum verr\u00fchren und kaltstellen.<\/p>\n<p>Ei, Eidotter, Salz und Zucker mit dem Handmixer schaumig schlagen, die H\u00e4lfte der geschmolzenen Schokolade (darf nicht zu hei\u00df sein, ansonsten geht die Eiermasse stark zusammen) mit einem Schneebesens einr\u00fchren. Danach ein Drittel des Schlagobers unterheben und den Rest der Schokolade einr\u00fchren.<\/p>\n<p>Zum Schluss das restliche Obers vorsichtig unterheben und in eine Form f\u00fcllen oder auf eine Klarsichtfolie dicke W\u00fcrste auftragen, einrollen und danach kurz anfrieren, danach aus der Folie nehmen und in 8-10 cm lange Holzst\u00e4mme schneiden. Anschlie\u00dfen mit Kakaopulver bestreuen.<\/p>\n<p><strong>Schoko-Nusskuchen mit Flechtencreme <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>7 Eier<br>\n1 Prise Salz<br>\n170 g Kristallzucker<br>\n170 g Schokolade, im Wasserbad geschmolzen<br>\n170 g Haseln\u00fcsse, fein gerieben<br>\n2 cl Inl\u00e4nder Rum 38 % Vol.<br>\nPreiselbeeren<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Eier, Salz und Zucker mind. 5 min. schaumig schlagen bis eine hellgelbe cremige Masse entsteht. Temperierte Schokolade und Haseln\u00fcsse abwechselnd mit einem Schneebesen einr\u00fchren. Die fertige Masse mit Rum verfeinern und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech 3 cm hoch aufstreichen und im vorgeheizten Ofen bei 180\u00b0C Hei\u00dfluft f\u00fcr ca. 20 Minuten backen. Preiselbeeren beif\u00fcgen und nochmals f\u00fcr 10 min. backen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend aus der Form st\u00fcrzen und gleichm\u00e4\u00dfige Kreise (6 cm) ausstechen.<\/p>\n<p><strong>Flechtencreme <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>1 Handvoll Flechten (Baumbart)<br>\n500 ml Milch<br>\n4 g Agar Agar<br>\n1 Prise Salz<br>\n\u00bd Vanilleschote<br>\n1 Msp. Zimt-Zucker<br>\n1 EL Brauner Zucker<br>\nWaldhonig<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Milch mit Flechten einmal aufkochen und f\u00fcr 30 min. ziehen lassen. Flechtenmilch abseihen, auf 250 ml einreduzieren und ausk\u00fchlen lassen. Flechtenmilch mit Agar Agar, braunem Zucker, Zimt-Zucker, ausgekratztem Vanillemark und Vanilleschote in einer Stielkasserolle aufkochen lassen. Leicht k\u00f6cheln lasse, f\u00fcr max. 4 min. durch ein Sieb geben und kaltstellen. Im Thermomix fein mixen und eventuell mit Waldhonig abschmecken. In einen Spritzbeutel f\u00fcllen und den Kuchen mit der Flechtencreme v\u00f6llig bedecken. Danach die Kuchenkreise kaltstellen.<\/p>\n<p><strong>Schwarzbeer-Flechten Marshmallow <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>1 Handvoll Flechten, Baumbart (Rentierflechte)<br>\n250 ml Wasser<br>\n600 g Zucker<br>\n13 Blatt Gelatine, eingeweicht<br>\n3 Eiwei\u00df<br>\n300 g Schwarzbeeren, fein p\u00fcriert<br>\n\u00bd Tonkabohne<br>\nButter<br>\nStaubzucker<br>\nGepoppter Amaranth<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Flechten mit Wasser einmal aufkochen und danach 1 Woche im K\u00fchlschrank ziehen lassen. Wenn Sie keine Flechten zur Hand haben, nehmen Sie einfach nur Wasser. Zucker mit Flechtenwasser in einem Topf auf 130 Grad kochen. Eingeweichte Gelantine darin aufl\u00f6sen und geriebene Tonkabohne beif\u00fcgen. Eiwei\u00df zu Schnee schlagen und nun den Zuckersirup langsam unter st\u00e4ndigem R\u00fchren eingie\u00dfen. Schwarzbeerenmark beigeben und ca. 5-10 min. auf h\u00f6chster Stufe weiterschlagen. Eine flache Form ausbuttern, auszuckern und mit der Marshmallowmasse ca. 2 cm auff\u00fcllen und glattstreichen. Die Masse mind. 6 Stunden ausk\u00fchlen lassen oder am besten \u00fcber Nacht kaltstellen. Anschlie\u00dfend in gleichm\u00e4\u00dfige W\u00fcrfel (2 cm) schneiden und in gepoptem Amaranth w\u00e4lzen<\/p>\n<p><strong>Schwarzbeernocken<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten:<br>\n<\/strong>400 g Schwarzbeeren frisch, bei TK kein Wasser mehr zuf\u00fcgen<br>\nDinkelmehl<br>\n40 g\/l Wasser<br>\n1 Prise Salz<br>\nZucker zum Karamellisieren<br>\nButterschmalz ersatzweise Sonnenblumen\u00f6l<br>\nStaubzucker zum Bestreuen<br>\n1 EL kleine Butterw\u00fcrfel<\/p>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Schwarzbeeren mit dem Dinkelmehl mit einer Gabel vermischen und leicht andr\u00fccken damit der Saft austritt.<\/p>\n<p>Wasser mit Salz aufkochen und noch heiss \u00fcber die Schwarzbeeren geben und gut durchr\u00fchren, damit der Saft der Schwarzbeeren, das hei\u00dfe Wasser und das Mehl eine Einheit wird und sich um die Schwarzbeeren schmiegt, es sollte eine klebrige, cremige Konsistenz haben.<\/p>\n<p>Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und danach mit Hilfe eines L\u00f6ffels kleine Nocken einsetzen. Die Masse kann ruhig 2 cm hoch sein, diese verteilt sich beim Anbacken in der Pfanne automatisch und gleitet hinein. Erst wenn beide Seiten angebraten wurden, Zucker jeweils auf die Nocken streuen und umdrehen, n\u00e4chste Seite mit Zucker bestreuen und erst umdrehen, wenn die Unterseite karamellisiert wurde. Danach umdrehen und die zweite Seite karamellisieren. Zum Schluss aufs Teller setzen und mit Staubzucker und frischem Kren bestreuen.<\/p>\n<p><strong>Anrichten<br>\n<\/strong>8 Bl\u00e4tter Schokominze<br>\n8 Bl\u00e4tter Erdbeerminze<br>\n4 Walderdbeeren mit Bl\u00fcte<br>\n8 Sauerkleebl\u00e4tter<br>\n4 frische Waldhimbeeren<br>\nHimbeermark<br>\nLatschenkieferzucker<\/p>\n<p>Schokobaumstamm auf das Teller setzen und mit dem Kakaopulver nochmals bestreuen. Schoko-Flechtenkuppel nebenbei setzen. Mashmallow in Amaranth gew\u00e4lzt separat in ein Backpapier einpacken und auf Moos servieren. Himbeermark als Punkte aufs Teller setzen. Eis zwischen Stamm und Kuchen setzen und zum Schluss mit Himbeeren, Sauerklee, Minze und Latschenkieferzucker ausgarnieren. \u2013 WERTVOLL GENIESSEN!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>\u201eQualit\u00e4t und Regionalit\u00e4t sind zeitlos.\u201c<\/strong> \u2013 Johanna Maier im Interview<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Frau Maier, eigenen Aussagen zufolge gehen Sie sehr gerne in den Wald. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Die Natur ist f\u00fcr mich mein Regulativ und sie inspiriert mich. Wer richtig in den Wald eintaucht, tut etwas f\u00fcr seine Gesundheit \u2013 in Japan gilt Waldbaden als Medizin. Die Ruhe, die der Wald ausstrahlt, und das besondere Klima, das der Wald erzeugt, entspannen und sollen auch den Blutdruck senken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Wie oft trifft man Sie im Wald an?<\/strong><\/p>\n<p>Ich gehe jeden Tag mit meinem Hund. Ich liebe unsere Berge: Sie l\u00f6sen in mir jegliche Anspannung. Sie geben mir eine innere Ruhe, die mir auch den Alltag erleichtert. Eins sein mit der Natur \u2013 was schlie\u00dflich auch das Kochen ist \u2013 gibt Kraft, man kann staunen, man sch\u00f6pft Hoffnung, Sorgen werden kleiner, viele unn\u00f6tige Gedanken verfliegen sogar. So wie der Schmetterling, der vorbeischaukelt oder der Vogel, der seinen Gesang in die klare Luft schmettert. Man kann loslassen und sich selbst finden.<\/p>\n<p>In der K\u00fcche gibt uns die Natur vor, was im Moment f\u00fcr unseren K\u00f6rper wichtig und richtig ist. Wer darauf achtet, was gerade bei uns w\u00e4chst und reift, bekommt auch die N\u00e4hrstoffe, die er wirklich braucht. Vom Leben kommt Leben. Ich koche aus dieser \u00dcberzeugung heraus bevorzugt mit regionalen, saisonalen Produkten.<\/p>\n<p><strong>Ist es richtig, dass Sie gerne Kr\u00e4uter sammeln?<\/strong><\/p>\n<p>Wer mich kennt wei\u00df, dass Kr\u00e4uter meine ganz gro\u00dfe Leidenschaft sind und hier wiederum Wildkr\u00e4uter. Nichts ist mit der Heilkraft von Pflanzen vergleichbar, die selbst entscheiden, wann und wo sie wachsen. Wenn Wildkr\u00e4uter an naturnahen Orten ohne Pflege, D\u00fcngemittel, Pflanzenschutz oder z\u00fcchterischem Eingreifen von Menschen gedeihen, enthalten sie noch das gesamte Vitalstoff-Spektrum einer urspr\u00fcnglichen Wildpflanze. Ihre N\u00e4hrstoffdichte ist weit h\u00f6her als die von Kulturkr\u00e4utern. Sie sind \u00dcberlebensk\u00fcnstler, robust und lebensfroh und gratis. Jede Widrigkeit macht sie st\u00e4rker und sie \u00fcbertragen ihre beneidenswert vitalen Eigenschaften auf den Menschen, der sie isst. Ges\u00fcnder geht es nicht! L\u00f6wenzahn, Brennnessel und B\u00e4rlauch sind jene Wildkr\u00e4uter, die auch f\u00fcr Kr\u00e4uterunkundige erkennbar und leicht auffindbar sind. Ich verwende alle essbaren Wildkr\u00e4uter in meiner K\u00fcche, zum Beispiel Vogelmiere, Giersch, Gundermann, Spitzwegerich, Brunnenkresse, Frauenmantel, Waldmeister, Wacholder.<\/p>\n<p><strong>Gibt es ein Kraut, das Sie ganz besonders sch\u00e4tzen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich liebe den wilden Bruder des Thymians, den Quendel oder auch Karwendel. Er w\u00e4chst hier bei uns in den Bergen und ist ein typisches Hildegard von Bingen-Kraut. Von den Alpenbewohnern wurde er lange Zeit als Universal-Heilmittel gesehen. Zum Einreiben, als Heilmittel bei Husten und Erk\u00e4ltungen, f\u00fcr einen frischen Atem. Quendel sollte im Mittelalter sogar Hexen und D\u00e4monen vertreiben und vor dem Teufel sch\u00fctzen. Man erz\u00e4hlt sich auch die Legende, Maria habe das Jesuskind auf Thymian (\u201eKarwendelkissen\u201c) gebettet. In der modernen Naturheilkunde steht die entz\u00fcndungshemmende Wirkung des Quendels im Vordergrund. Ganz besonders mag ich auch unsere Schwarzbeeren \u2013 die Waldheidelbeere.<\/p>\n<p><strong>Welche Zutaten aus dem Wald finden sich noch in Ihren Gerichten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich koche auch gerne mit Wildfleisch, Pilzen, Waldbeeren und was ich besonders mag, ist das wundervolle Aroma meines Zirbensalzes, in dem ich Zirbelkiefer mit Quendel, Wacholder und Pilzen harmonisch vereint habe. Der Wald liefert uns auch den Natur-Kaugummi \u2013 Fichtenharz oder auch Kaupech genannt. Es hat eine lange Tradition unter den Holzf\u00e4llern und in der Volksheilkunde. Es wird diesem Harz eine wohltuende und desinfizierende Wirkung auf das Zahnfleisch und die Z\u00e4hne nachgesagt. Wichtig ist, dass man kein fl\u00fcssiges Harz in den Mund steckt, weil noch zu viel Terpentin drinnen steckt. Es muss von r\u00f6tlich-goldener Farbe und recht hart sein.<\/p>\n<p><strong>Gibt es einen ganz besonderen Ort in der Natur, an dem Sie auftanken k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Lieblingsplatzerln und Kraftpl\u00e4tze gibt es viele in Filzmoos. Ich mag den Weg hinauf auf die Hofalmen genauso wie den Weg entlang der Warmen Mandling. Entlang des Wildbaches zu spazieren, bietet wieder andere Kr\u00e4uter, andere V\u00f6gel, etwa die Bachamsel, duftende Bl\u00fcten und vor allem den Fischreichtum unserer Region. Hier tummeln sich Forellen und Bachsaiblinge. Ich sch\u00e4tze auch unser reines Quellwasser in Filzmoos, das den K\u00f6rper so herrlich erfrischt.<\/p>\n<p><strong>Was ist das Besondere der \u201eAlpinen K\u00fcche\u201c im SalzburgerLand?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind ein Land der Milchwirtschaft, der Almen, Wiesen und K\u00fche, des Wildes und auch unsere Fische aus den klaren Gebirgsgew\u00e4ssern haben eine besondere Qualit\u00e4t. Wir servieren unseren G\u00e4sten nun schon seit l\u00e4ngerer Zeit wieder \u201eHeimat-K\u00fcche\u201c, zeitgem\u00e4\u00df interpretiert. Die \u00d6sterreicher lieben sie sowieso und unsere internationalen G\u00e4ste erfreuen sich daran, Neues mit allen Sinnen zu erschmecken. Zudem vertieft regionale Kost den Urlaubseindruck nachhaltig. Wir fermentieren wieder selber, wir kochen unsere Marmeladen selber ein, mischen Tees, Kr\u00e4utersalz und vieles mehr. Das macht unsere K\u00fcche gesund, frei von Zus\u00e4tzen und auch die Geschmackserlebnisse unverwechselbar und einzigartig. Es geht nicht mehr darum, einen Hype zu erzeugen. Qualit\u00e4t und Regionalit\u00e4t sind zeitlos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Vorspeise ein Wildhasen- oder Reh-Carpaccio von Josef Steffner Zutaten: 350 g Rehschl\u00f6gl oder Wildhase, zugeputzt 4 EL Apfelessig Mesnerhaus Kr\u00e4utersalz 1 Zweig frischer Rosmarin, fein geschnitten Pfeffer aus der M\u00fchle Wacholder\u00f6l Vogelbeeren, eingelegt Hollerkapern Waldklee Flechte, fritiert und gesalzen Eierschwammerl, eingelegt in Essig Steinpilzpraline, je 2 St\u00fcck Zubereitung: Das Reh- bzw. 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