{"id":167333,"date":"2017-07-16T00:03:39","date_gmt":"2017-07-15T22:03:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/?p=167333"},"modified":"2019-01-25T13:26:28","modified_gmt":"2019-01-25T12:26:28","slug":"gut-zu-essen-ist-teil-der-salzburger-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.salzburgerland.com\/de\/gut-zu-essen-ist-teil-der-salzburger-tradition\/","title":{"rendered":"\u201eGut zu essen ist Teil der Salzburger Tradition\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Jahrhundertkoch Professor Eckart Witzigmann ist Schirmherr der \u201eVia Culinaria\u201c, die er als kulinarisches Genuss- und Vorzeigeprojekt \u00fcber alles sch\u00e4tzt und immer wieder lobend erw\u00e4hnt. Sein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahrzehnten M\u00fcnchen, seine Wurzeln aber hat Eckart Witzigmann in Bad Gastein. Und dem SalzburgerLand ist er bis heute treu.<\/h3>\n<p><strong>Herr Witzigmann, Sie sind mit ganzem Herzen Salzburger. Kann man das so sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, denn die ersten 18 Lebensjahre in meinem Heimatort Bad Gastein bildeten die Basis f\u00fcr alles, was folgen sollte. Von daher f\u00fchle ich mich Salzburg und ganz speziell meinem Heimatort emotional sehr verbunden. Es gibt dort viele Menschen \u2013 Familie, Freunde, Wegbegleiter, Sch\u00fcler und Kollegen \u2013 mit denen ich nach wie vor in engem Kontakt stehe. 2002 wurde mir die Ehrenb\u00fcrgerschaft von Bad Gastein verliehen. Und sogar eine Gondel auf den Stubnerkogel tr\u00e4gt meinen Namen.<\/p>\n<p><strong>Hat diese Kindheit in einem Weltkurort Spuren hinterlassen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde sagen: Die Erziehung und die Lebensweise meiner Eltern haben mich gepr\u00e4gt. Mein Vater war Schneidermeister in Bad Gastein und hat die ber\u00fchmte \u201eWitzigmann-Skikeil-Hose\u201c erfunden, die alle G\u00e4ste trugen, die etwas auf sich hielten <em>(schmunzelt<\/em>). Als Bub war ich mit meinem Roller unterwegs und lieferte die Ware aus. In Bad Gastein stieg damals die Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me ab: Musiker, Politiker, K\u00f6nige und Scheichs aus der ganzen Welt. Mich hat das alles sehr beeindruckt.<\/p>\n<p>Meine Eltern legten sehr viel Wert auf gutes Essen und waren sehr naturverbunden. Ich erinnere mich daran, wie wir zum Schwammerlsuchen oder zum Preiselbeer- und Schwarzbeerpfl\u00fccken gegangen sind. Was mich ebenfalls gepr\u00e4gt hat, waren die vielen sportlichen Erlebnisse in der Schule und mit dem Alpenverein.<\/p>\n<p><strong>Was waren die typischen Gerichte Ihrer Kindheit?<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00fcche meiner Mutter war abwechslungsreich und bodenst\u00e4ndig. Einiges blieb f\u00fcr mich unvergessen, etwa der Kalbsnierenbraten, den es mit Fisolen-, Karfiol- und Paradeisersalat am Sonntag oft gab. Wunderbar waren auch der Schweinsbraten, der schon am Vortag mit K\u00fcmmel eingerieben wurde, die gef\u00fcllten Paprika, das Steirische Wurzelfleisch, der Gamsbraten oder Karpfen blau. Meine Mutter war auch eine gute B\u00e4ckerin: Zur Mohntorte und dem mit Mandeln gespickten, s\u00fc\u00dfen Rehr\u00fccken wurde traditionell ein Einsp\u00e4nner serviert. Jeden Sonntag unternahm die ganze Familie einen Nachmittagsspaziergang: Dann gab es die weltbesten Cremeschnitten im Caf\u00e9 Gamskar, das es \u00fcbrigens heute noch gibt. Trotz ihrer Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr gutes Essen fielen meine Eltern aus allen Wolken, als ich ihnen nach der Schulzeit erkl\u00e4rte, dass ich, anstatt eine Schneiderlehre zu absolvieren, eine Lehrstelle als Koch in Aussicht hatte.<\/p>\n<p><strong>Was hat Sie dazu bewogen, Schirmherr der \u201eVia Culinaria\u201c zu werden?<\/strong><\/p>\n<p>Weil die heimatliche K\u00fcche Teil der Salzburger Tradition ist. Und dieses wertvolle Erbe zu bewahren und lebendig zu halten, wird im Rahmen der \u201eVia Culinaria\u201c vorbildhaft umgesetzt. Hierbei werden engagierte Landwirte, Produzenten und K\u00f6che vor den Vorhang geholt, die mit ganz viel Achtsamkeit die traditionelle Salzburger K\u00fcche leben und weiterentwickeln. Mein gr\u00f6\u00dfter Respekt gilt dabei den B\u00e4uerinnen und Wirtinnen, die oft mit einfachsten Zutaten \u2013 die es direkt vor der Haust\u00fcr gibt \u2013 unglaublich gute Gerichte zubereiten. Die Kreativit\u00e4t, mit wenigen und einfachen Zutaten etwas Gutes zu kochen, ist typisch f\u00fcr die K\u00fcche meiner Heimat.<\/p>\n<p><strong>Was sch\u00e4tzen Sie besonders an Salzburg und dem SalzburgerLand?<\/strong><\/p>\n<p>Zum einen die vielen hervorragenden gastronomischen Betriebe, die zahlreichen traditionellen Handwerksbetriebe, das lebendige Brauchtum, die unaufdringliche und h\u00f6fliche Gastfreundschaft und nat\u00fcrlich die wundbaren Seen und Berge zum Skifahren und Wandern. Kulturliebhabern kann ich die Festspiele an Ostern, zu Pfingsten und in den Sommermonaten ans Herz legen: Zu diesen Zeiten verwandelt sich Salzburg in einen internationalen Hotspot, an dem sich G\u00e4ste aus aller Welt treffen. Im Winter sind das Salzburger Adventsingen und der Christkindlmarkt meine Favoriten.<\/p>\n<p><strong>Welche kulinarischen Spezialit\u00e4ten w\u00fcrden Sie einem Salzburg-Reisenden empfehlen?<\/strong><\/p>\n<p>Auf alle F\u00e4lle Salzburger Nockerl, wenn es um S\u00fc\u00dfspeisen geht. Und einen k\u00fchlen Krug Bier im Gastgarten vom M\u00fcllner Br\u00e4u. Au\u00dferdem ein Besuch am Donnerstag auf der Schranne am Mirabellgarten, aber auch ein Abstecher ins Caf\u00e9 Bazar, ins Caf\u00e9 Tomaselli oder in die Konditorei Schatz. Au\u00dferdem Mozartkugeln von der Konditorei F\u00fcrst als Mitbringsel.<\/p>\n<p><strong>Eckart Witzigmanns Favoriten und pers\u00f6nliche Genusstipps <\/strong><\/p>\n<p><strong>Top-Tipp.<\/strong> Das IKARUS im hangar-7 mit seinem weltweit einzigartigen Konzept der monatlich wechselnden Stark\u00f6che aus aller Welt. Besonders sch\u00f6n ist es, im Sommer auf der Terrasse zu sitzen und den herrlichen Blick auf den Untersberg zu genie\u00dfen. Unbedingt sollte man auch das Museum mit der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Flugzeugkollektion besichtigen.<\/p>\n<p><strong>In der Stadt Salzburg.<\/strong> \u201eDie Blaue Gans\u201c, das \u201eCarpe Diem\u201c, das Sternbr\u00e4u und der \u201eGoldene Hirsch\u201c in der Getreidegasse. Der Weiserhof von Jules Gr\u00f6ssinger, das M32 am M\u00f6nchsberg, das Hotel Sacher und das Schloss Aigen. Etwas au\u00dferhalb Andi Senns Gusswerk, der 2016 seinen zweiten Stern erhalten hat.<\/p>\n<p><strong>Im SalzburgerLand.<\/strong> Das Winterstellgut in Annaberg, Schloss Prielau in Zell am See bei Andreas Maier, Edelbrenner Siegi Herzog in Saalfelden, Johanna Maier in Filzmoos und die Br\u00fcder Obauer in Werfen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Interview: Franziska Lipp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahrhundertkoch Professor Eckart Witzigmann ist Schirmherr der \u201eVia Culinaria\u201c, die er als kulinarisches Genuss- und Vorzeigeprojekt \u00fcber alles sch\u00e4tzt und immer wieder lobend erw\u00e4hnt. Sein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahrzehnten M\u00fcnchen, seine Wurzeln aber hat Eckart Witzigmann in Bad Gastein. Und dem SalzburgerLand ist er bis heute treu. 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