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Wanderung durch die Glasenbachklamm

Naturjuwel im Süden Salzburgs

Mein perfekter Tag? Ich liebe es, in der Natur unterwegs zu sein. Über Stock und Stein zu wandern, die Sonne auf der Haut zu spüren und so meinen Kopf frei zu bekommen. Wenn dann auch noch Wasser im Spiel ist und ich vielleicht noch Neues entdecke oder lerne, dann ist mein Tag perfekt. So ähnlich geht es Ihnen auch? Dann sollten Sie unbedingt einmal eine Wanderung durch die Glasenbachklamm im Süden der Stadt Salzburg in Erwägung ziehen. Was es hier zu erleben und entdecken gibt? Ein wunderschönes Schauspiel der Natur, das leicht von der Stadt aus zu erreichen ist, eine tolle Wanderung durch eine fast unwirklich scheinende Wasserwelt, ein Blick in die Vergangenheit unseres Planeten und zu guter Letzt zwei Almen, die einem so ziemlich jeden kulinarischen Wunsch erfüllen. Worauf warten Sie noch? Auf geht’s!

Für mich gibt es ja kaum etwas Aufregenderes, als die Natur nach einem Sommerregen mit all meinen Sinnen zu erleben und zu spüren. Glitzernde Regentropfen im Sonnenlicht, die Luft ist frisch und klar, die Farben scheinen noch ein bisschen intensiver zu strahlen als sonst und ein Gefühl des ‚Wiedererwachens’ breitet sich aus. Herrlich! Der perfekte Zeitpunkt also, mich wieder einmal aufs Fahrrad zu schwingen, den Salzachradweg gen Süden zu nehmen und der Glasenbachklamm einen Besuch abzustatten. Schon lange wollte ich durch diese wunderbare Welt des Wassers, der Pflanzenwelt und der Geschichte des Lebens an sich wandern und mir den dortigen geologischen Lehrpfad mit seinen 13 Schautafeln ansehen. Von der Stadt Salzburg aus braucht der durchschnittliche Radfahrer ca. eine halbe Stunde, um in Glasenbach, Ausgangspunkt und Ziel der Wanderung, gemütlich anzukommen. Wer gerade kein Rad zur Verfügung hat, auch mit Auto, Bus und der S-Bahn ist der Süden der Stadt leicht zu erreichen.

So nah und doch so fern (der Stadt Salzburg)

Schon die Fahrt zu meinem eigentlichen Ziel, der Klamm, ist ein wahrer Genuss. Auch wenn sich in der Stadt Autos und Menschen wie in einem Ameisenhaufen tummeln, hier an der Salzach ist es immer ruhig und man hat einen wunderbaren Blick in die Bergwelt des SalzburgerLandes. Watzmann, Untersberg, Tennengebirge und wie sie sonst noch alle heißen mögen, thronen hier der Reihe nach und weisen mir still den Weg zur Glasenbachklamm. Bekannt ist diese nicht nur wegen ihrer Schönheit und der Fülle an Flora und Fauna, sondern durch die fossilen Schätze, die hier gefunden wurden. Vor allem ein perfekt erhaltenes Skelett eines Fischsauriers, das man heute im Haus der Natur in Salzburg bewundern kann, verlieh dieser Schlucht einen weit über die Grenzen des Landes hinausreichenden Ruf unter Archäologen. Noch heute trifft man regelmäßig Mitarbeiter von Universitäten, die sich der Gesteinswelt hier widmen.

Wunderwelt des Wassers und der Steine

Kurz nach Glasenbach erreiche ich schließlich den Eingang zur Klamm. Zwar stehen einige Parkplätze auch für Autos am Straßenrand zur Verfügung, viel angenehmer ist es natürlich, sein Rad an einem der Bäume zu versperren und loszumarschieren. Das schluchtartige Tal ist übrigens ein geschützter Landschaftsteil und Verschmutzung oder sonstige Einflussnahme ist strengstens verboten. Der Beschilderung folgend, erreicht man nach ca. 5 Minuten den Eingang zur Klamm, wo auch schon die erste Schautafel mit interessanten Geschichten aus längst vergangenen Tagen unserer Erde auf uns Wanderer wartet. Rauschend fällt das Wasser über eine kleine Staumauer und stimmt mich schon einmal ein auf das, was mich hier erwarten wird. Entlang des Glasenbachs geht es ständig sanft bergauf, die Sonne blitzt durch die Kronen riesiger Laubbäume und zum Tosen des Wassers mischt sich nichts als das Knarren meiner Schritte am Schotter. Wie wunderbar, dass man in so kurzer Zeit solch ein Paradies von der Stadt Salzburg aus erreichen kann. Auch wenn sich der Sommer heute von seiner besten Seite zeigt, hier im Wald ist es noch schön kühl und immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich die feuchte Luft tief einatme.

Ein Weg in die Vergangenheit unseres Planeten

Das Gosaukonglomerat, eine Gesteinsform, die überall am Alpennordrand häufig zu finden ist, Nagelfluh, Rote Knollenkalke, Graue Mergel, gefaltete Schichten und noch vieles mehr gibt es hier zu entdecken. Die Schautafeln tragen das ihre dazu bei, dass die heutige Wanderung nicht nur ein Naturerlebnis ist, sondern ich auch noch jede Menge über die Welt, in der wir leben, lerne. Wahnsinn eigentlich, was man von einem Stein alles erfahren kann. Man muss nur wissen, wohin man blicken soll und welche Fragen man ihm zu stellen hat. Eine Zeit lang sinniere ich so vor mich hin, bis ich nach einer Wegbiegung plötzlich an der Stelle stehe, wo besagter Fischsaurier vor über 200 Millionen Jahren lebte und wo später, viel später, seine Zähne und Wirbelknochen gefunden wurden. Auf meiner inneren To-do-Liste wird an dieser Stelle vermerkt: unbedingt wieder einmal dem Haus der Natur in der Salzburger Innenstadt einen Besuch abstatten.

Der Weg schlängelt sich nun immer tiefer in den Wald und nur noch selten verirrt sich ein Sonnenstrahl hier herein. Moosbewachsene Steine und Baumstämme, das glasklare Gebirgswasser, das tief unter mir seinen Weg durch die Stromschnellen sucht, und die herrliche Einsamkeit dieses Ortes lassen in mir das Gefühl aufsteigen, ich befände mich an einem ganz anderen Ort. Langsam nehme ich den Rucksack von meinen Schultern, setze mich auf die verknoteten Wurzeln eines alten, ehrwürdigen Baumes und lasse diese Welt hier auf mich wirken. Würde man mir sagen, ich befände mich im ‚Auenland’ aus dem Buch ‚Der Herr der Ringe’, ich würde es ohne lange nachzudenken glauben. Nach einem kräftigen Schluck Wasser und einem kleinen Apfel aus meinem Rucksack mache ich mich wieder auf den Weg. Schließlich gibt es ja noch einiges zu entdecken.

© SalzburgerLand Tourimsus, Peter Zeitlhofer – Gefaltete Kalkschichten

Zum Abschluss noch eine Belohnung

Nach einigen weiteren Schautafeln, Wasserfällen, Stromschnellen, Stegen und sogar einem kurzen, etwas steileren Anstieg, erreiche ich schließlich das Ende des Lehrpfades, das durch eine Brücke leicht zu erkennen ist. Hier könnte man kehrtmachen und den Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt gehen. Oder aber man lässt die Brücke linkerhand liegen und wandert durch Wald und Wiesen weiter nach Hirsteig. Immer wieder passiere ich vereinzelt-liegende Bauernhöfe, hüpfe über Bäche und lege Höhenmeter um Höhenmeter zurück. So sanft die Steigung vorhin entlang des Baches war, jetzt ist sie dafür umso deutlicher zu spüren. Trotzdem, es ist wunderschön hier zu wandern. Nach einer Zeit erreiche ich die Fageralm, deren Ruf nach ausgezeichneter Hausmannskost schon bis zu mir durchgedrungen ist. Da auch mein Magen schon seit geraumer Zeit knurrt, der Duft, der hier in der Luft liegt, auch wirklich zu verlockend ist, nehme ich die Einladung zum Verweilen an und gönne mir eine ordentliche Mahlzeit.

Herrlich gestärkt geht’s nach ca. einer Stunde wieder weiter. Kaffee und Kuchen habe ich gerade noch dankend ablehnen können, schließlich will ich auch noch der zweiten Gaststätte auf dem Weg, der Erentrudisalm, einen Besuch abstatten. Idyllisch liegt sie auf einer Wiese, die ringsum vom Wald umgeben ist. Doch nicht nur die Alm an sich, auch der Blick hinunter auf die Stadt Salzburg ist allererste Liga und rechtfertigt schon alleine einen Besuch. Von hier aus geht es dann hauptsächlich bergab, bis ich nach nicht allzu langem Marsch wieder den Eingang zur Klamm erreiche. Bei meinem Rad blicke ich das erste Mal seit Stunden wieder auf die Uhr. 15 Uhr. Vielleicht sollte ich ja dem Haus der Natur noch einen kurzen Besuch abstatten…

Die Glasenbachklamm

Wie: mittelschwer
Wann: von April bis Oktober
Wer: geeignet für die ganze Familie
Wichtig: festes Schuhwerk und bei unsicherer Wetterlage Regenausrüstung

Info-Tel.: 0662/629165, 0662/623428

Internet: www.elsbethen.info

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