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SUP – mal still, mal wild

Stand Up Paddeln im Salzburger Saalachtal

Stand Up Paddling im Salzburger Saalachtal kann ganz schön wild sein - wenn die Profis mit ihren Boards die Wellen der Saalach surfen. Es kann aber auch entspannend und still sein - wenn man hoch oben am malerischen Almsee im Loferer Almgebiet paddelt und dabei am ruhigen Wasser die Seele baumeln lässt.

In den Sommermonaten bietet Toby Hüther, der deutsche Vizemeister im SUP-Wildwasser und ACA-Instruktor, Kurse im Stand Up Paddling im Salzburger Saalachtal an. Das Besondere der Kurse: Die ersten stehenden Paddelschläge auf dem voluminösen Board übt man hoch oben in der Almenwelt Lofer, auf einem stillen Bergsee, inmitten des wunderschönen Wandergebiets des Salzburger Saalachtals. Mit etwas versierteren Paddlern geht Toby auf der oberen Saalach auf Flusstour.

SUP-Action auf der Alm

Mich reizt diese einzigartige Kombination aus Wassersport und Bergerlebnis, und die sommerlichen Temperaturen schreien ohnehin nach einer Abkühlung im Wasser. Also nichts wie rein in die SUP-Action am Bergsee. Ich treffe Toby an der Talstation der Almenwelt Lofer, wo er auf die Teilnehmer des SUP-Kurses wartet. Ich erkenne ihn sofort, denn er ist umringt von großen Taschen und Paddeln. Bis unsere Gruppe vollzählig ist, erzählt er mir über seine Leidenschaft zum Wildwasser: „Ich komme eigentlich aus dem Kanusport und habe vor ein paar Jahren das Stand up Paddeln am Wildwasser für mich entdeckt. Dadurch habe ich auch die Saalach, als perfekte Location für diesen Sport, kennengelernt. Dieser Fluss kann extrem fordernd sein – wie im Bereich der Teufelsschlucht. Aber auch ganz zahm, wie im oberen Lauf, wo wir auch die Einsteiger-SUP-Tour machen.“ Die letzten Teilnehmer sind nun eingetrudelt und gemeinsam packen wir das gesamte Equipment in die Gondeln. Nach einer gemütlichen Auffahrt landen wir mitten in der Almenwelt Lofer. „Jetzt wird erst mal gewandert!“, verkündet Toby und wir marschieren los zum nur wenige Gehminuten von der Bergstation entfernten Almsee.

© Salzburger Saalachtal Tourismus – Los geht´s

Trockenübungen an Land

Wie ein blaues Auge liegt dieser idyllische Bergsee inmitten der grünen Almflächen und einzelne Fichten umrahmen das steinige Ufer wie Wimpern. Die Wasseroberfläche ist still und reflektiert die sanften Berghänge. „Dieses ruhige Wasser werden wir gleich in Bewegung bringen“, lacht unser Guide und gemeinsam machen wir uns daran, die Boards auszurollen und mit einer Handpumpe aufzublasen. Eine kleine Armada an SUP-Boards liegt jetzt am Ufer bereit. Doch bevor wir in See stechen, müssen wir erst ein paar Trockenübungen absolvieren. Wir lernen, wie man das Paddel richtig hält und durchs Wasser zieht, mit welchem Stand wir am meisten Balance am Board finden und auch ein paar grundsätzliche Sicherheitshinweise zum Thema Wind und Wetter bekommen wir mit auf den Weg gegeben. Endlich ist es soweit: Wir ziehen die Boards in den Almsee und nehmen unsere Grundposition ein. Wie zuvor gelernt, stehen wir – die Knie leicht gebeugt, der Oberkörper aufrecht – im schulterbreitem Stand in der Boardmitte. Was an Land noch ganz einfach war, zeigt sich am Wasser schon bedeutend schwieriger. Das Board wackelt, und ich habe anfangs etwas Mühe, meine Balance zu finden. Doch schnell kann ich das SUP stabilisieren, steche das Paddel an der Boardspitze ein und ziehe es am Körper vorbei. Mühelos gleite ich durch das samtige Wasser und nach ein paar Paddelzügen wechsle ich die Seite, um nicht im Kreis zu fahren.

Jeder ist ganz konzentriert auf seine Vorwärtsbewegung und so herrscht absolute Stille am See. Einzig das Zwitschern der Vögel und das leise Eintauchen der Paddel sind zu hören. Immer sicherer und wendiger ziehen wir über die Wasseroberfläche. Zufrieden mit unseren Fortschritten gibt Toby nun augenzwinkernd eine neue Anweisung: „Um eure Balance zu testen, werden wir jetzt Wellen erzeugen. Gebt mit euren Beinen abwechselnd kräftigen Druck auf die Boardseiten!“ Mit der Stille ist es augenblicklich vorbei, denn durch diese rhythmische Bewegung aus den Knien kommt Schwung in die Wasseroberfläche. Kleine Wellen sorgen für Unruhe im stillen Wasser und bringen uns SUP-Novizen aus dem Gleichgewicht. Mit einem lauten Platschen fallen wir reihenweise ins Wasser und tauchen lachend und prustend wieder auf. „Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack aufs Wildwasser“, grinst Toby und fügt hinzu: „Wer möchte, kann ja an der morgigen Tour auf der Saalach teilnehmen.“ Die ganze Gruppe ist begeistert von diesem Vorschlag und so üben wir noch ein paar wichtige Manöver für die Flussbefahrung.

Ab ins Wildwasser der Saalach

Am nächsten Tag treffen wir uns mit Toby am oberen Abschnitt der Saalach. Hier schimmert der Fluss grün wie ein Smaragd und kaum eine weiße Schaumkrone ist zu sehen. Dicke Neoprenanzüge, Schwimmwesten und Helme ergänzen für diese Tour unsere Ausrüstung. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass von wilden Stromschnellen, mächtigen Walzen und hohen Felsblöcken im Wasser hier nichts zu sehen ist. Toby lacht und meint: „Solch wilde Abschnitte sind den Profis vorbehalten! Auf der WM-Strecke in Lofer etwa geht es richtig zur Sache! Vom 16. bis 17. September findet auch heuer wieder das Lofer-Rodeo auf dieser legendären Slalomstrecke statt. Da kannst du als Zuschauer hautnah den besten Kajak- und SUP-Wildwassersportlern vom Flussufer der Saalach beim Kampf mit der Hubertuswalze zusehen.“ Wir ziehen unsere Boards ins Wasser und spüren gleich die Kraft der Strömung die uns mit sich zieht. Dank unserer Balanceübungen vom Vortag fühlen wir uns aber sicher am SUP-Board und genießen die Fahrt über die Saalach. Durch die stehende Position am Board hat man eine wunderbare Übersicht und blickt weit voraus auf den Flusslauf.

Auf halber Strecke machen wir Pause und ziehen die Boards ans Ufer. Es fühlt sich gut an, für eine kleine Weile wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, denn das permanente Ausgleichen der kleinen Wellen beansprucht die Tiefenmuskulatur. Auch die Arme schütteln wir bei dieser Rast dankbar aus. Obwohl die Strömung uns sanft mit sich zieht, sind am Fluss zahlreiche Paddelschläge zum Korrigieren des Kurses und zum Umschiffen kleiner Hindernisse nötig. Doch im Vergleich zu den gefährlich wilden Abschnitten der Profis ist diese Strecke sicher ein gemütlicher Ritt auf dem Schaukelpferd. Ich wärme mich in der Sonne auf und lasse meinen Blick hinaus auf die Saalach schweifen. Alles ist hier in Bewegung und die Strömung, die sich an einem Stein am Ufer fängt, lässt das Wasser schäumen wie prickelnden Sekt. „Wie still war es doch gestern am ruhigen Bergsee und wie belebend ist das Wasser heute“, denke ich, als Toby das Zeichen zum Aufbruch nach unserer kurzen Verschnaufpause an Land gibt. Wir ziehen die Boards wieder ins Wasser und lassen uns weiter flussabwärts treiben.

Während wir gemeinsam über die Saalach zu unserem Ausstiegspunkt weiterpaddeln, habe ich bereits gedanklich das Lofer-Rodeo vom 16. bis 17. September rot in meinem Kalender markiert. Denn ich will dieses Jahr unbedingt dabei sein, wenn die Profis beim SUP-Cross, in Einzelfahrten oder auf der Langstrecke in den wilden Wellen der Saalach ihr Können am SUP zeigen!

Im September finden eigene SUP-Camps nur für Frauen statt. Nähere Infos dazu gibt es hier.

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