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Wallfahrtskirche St Leonhard ob Tamsweg

Der Wallfahrtsort Tamsweg
Auch als Wallfahrtsort erlangte Tamsweg eine zentrale Stellung im Lungau, ja sogar im gesamten Gebiet des heutigen Österreich. Als Ausgangspunkt ist eine Statue des Heiligen Leonhard in der Pfarrkirche anzusehen, die im Jahr 1421 wiederholt auf wundersame Weise verschwand und immer wieder an der selben Stelle „am Bühel“ des Schwarzenberges südlich von Tamsweg aufgefunden wurde. Als zudem zahlreiche Mirakel und Wunderheilungen diesem Heiligen Leonhard von Tamsweg zugeschrieben wurden und rasch eine starke Wallfahrtsbewegung in den Wallfahrtsort Tamsweg einsetzte, begann man mit dem Bau der spätgotischen Wallfahrtskirche. Als Stütze für die 1433 geweihte Kirche und für die Wallfahrt entwickelte sich eine Corporis Christi und St. Leonhards – Bruderschaft, der bis zum Ende des 15. Jahrhunderts knapp 4800 Mitglieder angehörten, darunter nicht nur namhafte Bürger von Tamsweg, sondern auch Erzbischöfe und sogar Kaiser Friedrich III. Mit dieser Wallfahrt ging auch ein wirtschaftlicher Aufschwung des Marktes einher, der erst mit der Einäscherung Tamswegs während der Ungarnkriege und der darauffolgenden Reformation gestoppt wurde. Erst im Barock erfolgte mit der Ansiedelung der Kapuziner in Tamsweg auch eine neue Blüte der Wallfahrt. Durch prächtige barocke Prozessionen und mit Hilfe der wiederbegründeten Bruderschaft festigten die Kapuziner die Gegenreformation. Zu dieser Zeit, im ausgehenden 17. Jahrhundert, ist auch erstmals von einem Samson die Rede. Die Bruderschaft, die bis 1918 durchgehend mit mehr oder weniger hohem Mitgliederstand bestand, wurde 1989 wiederbelebt und existiert seither bis heute. Die Leonhardskirche zählt heute zu den schönsten spätgotischen Sakralbauten Österreichs.

Das Goldene Fenster der Wallfahrtskirche St. Leonhard
Als Besonderheiten gelten neben dem Bauwerk und der Lage der Kirche: Das „GOLDFENSTER“, dessen Scheiben nur aus goldgelben und blauen Gläsern bestehen. Gestiftet vom Erzbischof Johann II. (1431-1442). Das Fenster mit der APOSTELMÜHLE, einer symbolischen Darstellung der Vermittlung des Wort Gottes. Es wurde 1434 von Konrad Heltzler gestiftet. Zum ehemaligen Leonhardsaltar (1445) gehören die Tafeln mit der Leonhardslegende und den Kirchenvätern, die Pfeiler der hölzernen Orgelempore und die aufgestellte Statue des Heiligen Leonhard. Auch große Teile des ehemaligen Hochaltars sind noch vorhanden: Die reliefierten Tafelpaare (Innenseiten) und die zugehörigen gemalten Tafeln, deren Außenseiten mit Szenen aus dem Marienleben geschmückt sind. Im Aufsatz des Hochaltars befinden sich die Heiligen Leonhard und Jakobus. Eine Madonna mit Kind, ebenfalls vom gotischen Hochaltar steht an der nördlichen Langhauswand. Ein weiterer interessanter Punkt der Ausstattung befindet sich in einer der südlichen Kapellen: Hier steht ein dreisitziger Chorstuhl mit überaus reich geschnitzten Wangen, der dem um 1450 tätigen Meister Petrus Pistator zugeschrieben wird. Er zählt zu den frühesten intarsierten Arbeiten nördlich der Alpen. Am Leonhardsberg steht auch die Saukapelle, eine gotische Wegkapelle von 1430.

 

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Kommentare

  1. geschrieben von Dr. Margarete Rieseneder

    Bei der Führung durch die Kirche wurde uns das Hauptaltarbild so erklärt: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Mutter. Das würde bedeuten, dass Maria gleich Gott ist, was natürlich nicht stimmt; Maria ist die Mutter Gottes. Oder soll die Frauengestalt vielleicht die 3. göttliche Person sein, der Hl. Geist? Wer weiß das zu deuten?

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