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Toihaus – Theater mal anders

Ein wilder Mix aus Tanz, Musik und Sprache. Schauspiel, das mit Experimenten und Eskapaden spielt. Vis à vis zum Kongresshaus und Mirabellgarten befindet sich ein ganz besonders Theater. Kein prunkvolles Gebäude weist auf die Bühne mitten in der Innenstadt hin, stattdessen ein Schriftzug an der Straße. „Toihaus“ steht in queren Lettern auf einer Flagge.

Stoff für neugierige Menschen
„Menschen mit einer gewissen Neugierde und Offenheit, die fühlen sich hier wohl“, beschreibt es die Leiterin Myrto Dimitriadou. Vor 30 Jahren, im Jahre 1984, war die Griechin selbst eine der Mitgründerinnen des Theaters. „Schon damals ging es uns darum, etwas Neuartiges aufzuziehen.“ Statt klassischer Musik werden Musikinstrumente neu interpretiert, statt reinem Sprechtheater wild durcheinander getanzt, gesungen, gespielt.

Was aber genau ist denn nun der große Unterschied zwischen Toihaus und „herkömmlichem“ Theater? Zunächst wäre da die Kreation der Stücke selber. Kein Autor schrieb diese nieder, kein Dramaturge führte sie aus. Stattdessen fungieren die Darstellerinnen und Darsteller des Theaters selbst als Autoren und Erfinder. Zwölf Leute zählt die Mannschaft im Toihaus, von der Geigerin über Schauspieler, Tänzer und Wortakrobaten alles dabei.

Kindertheater "Rundherum"

Farbenpracht im Kinderstück „Rundherum“

Künstler bei der Arbeit
„Sie improvisieren zusammen und probieren sich dabei aus“, erklärt Dimitriadou. Ihre Stimme bleibt ruhig, doch ihren Augen , die wach hinter einer Brille hervorblitzen, lässt sich eine gewisse Begeisterung, Leidenschaft entnehmen. „Wer eigentlich ’nur‘ Geige spielte, kommt auf einmal zum Schauspielern und entdeckt so ein völlig neues Talent. Das ist die große Chance, die die Künstler in unserem Hause haben: Sie entwickeln sich weiter.“ „Ja“, hakt hier die PR- und Organisations-Mitarbeiterin Sandra Schwaighofer ein, „dann kriegt man seine singenden Schauspieler, die dabei noch Handstand machen können!“ Sie lacht.

Am Ende resultiert aus der vielen Improvisation und Entwicklung schließlich ein fertiges Stück. Bis zu zehn Stücke im Jahr, um genau zu sein. Vier bis fünf Stücke für Erwachsene und – gewissermaßen Tradition des Hauses –  vier bis fünf Kinderstücke. Im Stück „Krumme Welt“ finden sich vier schwarz  gekleidete Darsteller vor komplett weißer Kulisse wieder und musizieren, singen und spielen, als ob sie sich über die Grenzen des normalen Menschenverstandes hinwegsetzen wollten. Kein Ton zu schrill, keine Bewegung zu obskur.

Toihaus3

Wildes Treiben in einer „Krummen Welt“

Den Zuschauer berühren
„Etwas im Zuschauer bewegen. Ihn berühren. Ihn dazu bringen, seine eigenen Bilder auf die Bühne zu projizieren. Das wollen wir“, so Dimitriadou. Unter anderem tritt das Toihauser Künstlerteam auch in Museen („Toiart in Museum“) und als Gast im Ausland auf. Stücke in der nahen Vergangenheit mit klangvollen Namen wie „Träume, Träume“, „Schräge Vögel“ oder „Fünf Frauen“ spiegelten ebenfalls den experimentellen Charakter des Hauses, ganz im Sinne der künstlerischen Leiterin Dimitriadou wieder. Geboren ist diese übrigens in einer griechischen Stadt namens „Drama“. Wenn das mal kein Zufall war!

Toihaus Theater
Franz-Josef-Straße 3
A-5020 Salzburg
Tel.: +43 662 87 44 39 0
www.toihaus.at

Fotocredits:  Toihaus Theater / Michaela Grieshaber

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