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Selbstverständlich Mozart

Seit 1956 präsentiert die Stiftung Mozarteum Salzburg jährlich rund um den Geburtstag des Komponisten am 27. Jänner ein einzigartiges Festival: die Mozartwoche. Dabei tritt das Phänomen Mozart in all seiner künstlerischen Vielfalt auf. Den Auftakt der Mozartwoche 2014 setzte das epochemachende Werk „Orfeo ed Euridice“ von  Christoph Willibald Gluck, ohne dessen Neuerungen Mozarts Opern nicht denkbar wären.

Matthias Schulz, seit 1. März 2012 künstlerischer Leiter und kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum, bekennt sich im Gespräch auch noch zu anderen Meistern.

Matthias Schulz©Christian Schneider

Herr Schulz, wie ist Mozart in Ihr Leben getreten?

Durch eine CD von der Deutschen Grammophon, auf welcher Will Quadflieg der Sprecher ist. Diese CD is  für mich eine Referenz-Aufnahme dafür, wie Mozart Kindern vermittelt werden kann. Die habe ich, selbst noch Kind, damals wahnsinnig viel gehört.

Wie alt waren Sie da?
Da war ich fünf, sechs. Ich habe dann auch mit fünf Jahren begonnen, Klavier zu spielen und da gibt es diese Mozart-Klavierstücke,  von Köchelverzeichnis 1 bis sonst was, die ich begonnen habe zu spielen.

War das Liebe auf den ersten Ton oder war das mehr Tonleitern üben?
Ich weiß nicht, ob man gleich automatisch von Liebe sprechen sollte. Im Nachhinein würde ich eher sagen, dass Mozart immer so eine Selbstverständlichkeit gehabt hat. Er war einfach da. Mozart ist einer der größten, der besondersten, das wird einem sehr früh klar, ohne dass man das erklärt bekommen muss. Das macht  viel seiner Qualität aus.

Was ist das Besondere an der Musik von Mozart?
Bei seiner Musik tritt weder die Form noch die Emotion in den Vordergrund, sonder sie hat so etwas wie eine perfekte Balance. Man könnte sagen, Mozart kommt der Natur am nächsten. Was bei Mozart auch ganz besonders ist, das haben die letzten „Dialoge“  gezeigt: Es gibt kaum einen Komponisten, der größere Überraschungsmomente liefert, das ist etwas sehr  wichtiges bei Mozart. Er fängt etwas an, man erwartet etwas, aber es kommt etwas anderes. Der ist einfach nie langweilig.

Hat Ihnen Mozart immer so viel bedeutet?
Ehrlicherweise: nein. Es ist so, dass ich Mozart erst später in der Form kennengelernt habe, wie er mir jetzt viel bedeutet.

Über das Klavierspielen?
Selbst Klavier zu spielen war und ist mir sehr wichtig, ich habe zum Beispiel vor kurzem erst ein besonderes Stück kennengelernt, das h-Moll Adagio für Klavier, das mir Mozart noch mal in einer völlig neuen Form erklärt hat. Das ist vielleicht das modernste Stück von Mozart, das am weitesten in die Zukunft reicht. Wo die Form scheinbar aufgelöst ist, wo zwischen Dur und Moll in ganz besonderer Weise gewechselt wird. Seitdem ich dieses Werk kenne, höre ich Mozart wieder ein bisschen anders.

Leben Sie zuhause mit oder ohne Mozart?
Mozart hat da auch seine Selbstverständlichkeit. Es ist aber nicht so, dass ich ständig meinen Kindern Mozart vorspiele, ich werde mich hüten.

Was ist der selbstverständlichste Zugang zu Mozart?
Jemandem, der Mozart lieben lernen soll, würde ich, das hat mit meiner persönlichen Vorbildung zu tun, aus den letzten sieben Klavierkonzerten vorspielen: Wer den langsamen Satz von KV488 einmal wirken lässt, erlebt, wie das Klavier mit dem Fagott spricht , …wer das gehört und erlebt hat, der kann Mozart gar nicht nicht mögen.

Und  wenn es einmal doch Schluss ist mit Mozart, was hören Sie dann?
Ich höre nicht nur Klassik, der Mix ist mir sehr wichtig. Aber was für mich zum größten Hörglück führt, ist Schubert, die Klaviersonaten und die Lieder. Im Moment bin ich auch in einem Brucknerfieber, ich weiß nicht, woran es liegt, aber das könnte ich rund um die Uhr hören.

Internationale Stiftung Mozarteum
Schwarzstrasse 26, 5020 Salzburg
Tel: +43 662 889 40 -0
www.mozarteum.at

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