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Seifensieden in Ebners Waldhof in Fuschl

Handgemachte Naturseifen bestehen aus feinem Oliven-, Mandel- und Kokosöl. Beim Seifensieden sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Karin Pinwinkler, Praktikerin der Traditionell Europäischen Heilkunde, zeigt in der Kräuterküche von Ebner’s Waldhof in Fuschl am See wie es gemacht wird.

Einmal in der Woche holt Karin Pinwinkler die Utensilien zum Seifensieden in die Kräuterküche des Hotels Ebner’s Waldhof in Fuschl am See. Sie hat verschiedene Öle wie Salbei-Oliven-, Palmöl und Kokosfett sowie ein Päckchen Natronlauge vorbereitet. Für den Duft nimmt sie diesmal Lavendel- und Rosmarinöl. Sieben neugierige Gäste sind gespannt, wie aus diesen Ingredienzien feine Seifen entstehen. Die Praktikerin der Traditionell Europäischen Heilkunde (TEH) betont: „Seifen können in jeder Küche hergestellt werden. Töpfe, Thermometer und Stabmixer dürfen allerdings dann nur mehr zum Seifensieden verwendet werden.“ Die Herstellung ist einfach und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das „Seifensiedenvirus“ steckt fast jeden an, der einmal mit dem Seifensieden angefangen hat, das hat die Expertin beobachtet.

Genaues Wiegen

Pinwinkler wiegt alle Zutaten genau ab. Dazu verwendet sie eine Digitalwaage. Das Buch „Naturseife, das reine Vergnügen: Die Herstellung feiner Pflanzenseifen in der eigenen Küche“, von Claudia Kasper, liegt geöffnet vor ihr. „Es ist für mich das beste Buch über das Seifensieden“, erklärt sie den Gästen.

Zuerst rührt die Seifensiederin Natriumhydroxid langsam in destilliertes Wasser. Es beginnt sofort zu rauchen und zu nach Waschpulver zu riechen. „Vorsicht!“, sagt sie, „durch das Laugenpulver wird das Wasser schlagartig heiß.“ Natriumhydroxid ist stark ätzend. Deshalb trägt Pinwinkler Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Champagner, Bier oder Rotwein sind eine Alternative zu destilliertem Wasser. Wichtig ist, dass der Alkohol ausköchelt und dann bei Zimmertemperatur verwendet wird.

Pinwinkler stellt die heiße, rauchende Lauge in ein kaltes Wasserbad und richtet das Fett-Ölgemisch her. Dazu gibt sie Kokos- und Palmfett in einen emaillierten Topf und erwärmt es bei mittlerer Hitze bis es schmilzt. Dann fügt sie Oliven-, Raps- und Sonnenblumenöl hinzu. Nun heißt es warten, bis Lauge und Öl-Fettgemisch die gleiche Temperatur (rund 40 Grad Celsius) haben. Die Gäste sind interessiert und fragen viel: „Kann die Seife für jeden Hauttyp verwendet werden?“, ist eine der Fragen. „Ja“, sagt Pinwinkler, „die Seifen sind sehr verträglich, weil sie nur aus hochwertigen Zutaten bestehen.“

Geschenk für Freunde

Nun rührt Pinwinkler die Lauge vorsichtig in die Ölmischung ein. Damit sich alles gut vermischt, nimmt sie den Mixstab. Nach kurzer Zeit hat die Masse die Konsistenz eines frischgekochten Puddings. Zum Schluss rührt Pinwinkler einige Tropfen Rosmarin- und Lavendelöl ein. Auch Peelingzusätze wie Haferflocken, Kaffeesatz oder Sand sind möglich.

Die fertige Masse füllt Pinwinkler in elastische Silikonformen. „Bitte genug Formen herrichten. Aus einem Kilo werden eine Menge kleine Seifen.“ Damit die frischen Seifen „atmen“ können, stellt die TEH-Expertin die gefüllten Formen in einen Holzschrank, deckt sie mit Butterpapier ab und lässt sie 24 Stunden aushärten. Erst dann werden sie aus der Form genommen. Gebrauchsfertig ist die Seife nach sechs Wochen. Die Gäste müssen nicht so lange warten: „Morgen früh bekommen Sie ihre Seife an der Rezeption“, verspricht Pinwinkler.

Fazit: Seife kann in jeder Küche innerhalb einer Stunde einfach selbst hergestellt werden. Sie hält bis zu drei Jahre und ist ein schönes Geschenk für Freunde.

Weitere Infos:www.seifen.at, www.kraeuterhuegel.at

Seifenrezept:
150 g Palmöl
150 g Kokosöl
500 g Olivenöl
150 g Rapsöl
50 g Sonnenblumenöl
135 g NaOH (Natriumhydroxid)
330 g destilliertes Wasser
25 ml Lavendelöl
3 EL Lavendelblüten

Buchtipps:
Leanne und Sylvain Chevallier
Seifen selbst gemacht
Leopold Stocker, 2011
ISBN 9783702013233
Preis: 14,95 Euro

Anne Schaaf, Fiona Diago
Seifenwekstatt
Frech, 2009
ISBN 9783772455254
Preis: 22,00 Euro

Claudia Kasper
Naturseife, das reine Vergnügen
Die Herstellung feiner Pflanzenseifen in der eigenen Küche
Freya, 2006
ISBN 9783902540102

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