Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Schlosserei seit dem Mittelalter in der Getreidegasse

Schlosserei seit dem Mittelalter in der Getreidegasse

Seit 1415 wird hinter dem Eisentor im Gewölbe der Getreidegasse 28 Eisen geschmiedet. Durchgehend bis heute, erzählt Christian Wieber, der in 3. Generation das Familienunternehmen führt. Hier wurde auch Salzburgs erstes Hochrad von Caspar Hasenberg erzeugt.
Wenn man den Zunftzeichen in der Getreidegasse folgt, findet man auch das doch recht unscheinbar anmutende Schild der Schlosserei Wieber. Fünf Schlosser und die Chefleute führen den Betrieb inmitten der Altstadt. „Natürlich haben wir etliches modernisiert und die Maschinen sind die gleichen wie in anderen Schlossereien, aber die Schmiede steht seit Anbeginn an diesem Platz. Im Ofen wurden ab dem Mittelalter vor allem Hufeisen geschmiedet, da unsere Schmiede zur Hofschlosserei des Erzbischofs gehörte. Man dürfe nicht vergessen, dass es damals keinen Strom gab und so standen rund 40 Leute an den Werkbänken. Wo man heute in einer Woche fertig ist, dafür hat man damals Monate gebraucht, so Wieber. Die Auftragslage ist gut. Von Restaurationen wie bei der Kollegienkirche, über Balkongeländer bis hin zu kleinen Reparaturarbeiten, wie Omas kupfernem Teekessel reicht die Palette.

Touristen sind willkommen und dürfen gerne fotografieren.
Während der Rest seiner Mannschaft gerade auf Außenmontage im Einsatz ist, hält der Chef mit einem Mitarbeiter die Stellung und erklärt geduldig den Touristen die Geschichte des Hauses.
Beliebte Mitbringsel sind eiserne Schlüssel oder Garderobehaken in Hirschform, wie sie original auch im Goldenen Hirschen verwendet werden.

Unser Fotoshooting wird vom Ernstfall unterbrochen: der Geschäftsführer eines Getreidegassenrestaurants bekommt seine Kasse nicht mehr auf. Wieber muss sofort als Aufsperrnotdienst weg. Dann wird auch mal kurz zugesperrt und mit kleinem Handwerkszeug  zu Fuß ausgerückt. Für entferntere Fälle gibt es einen Motorroller. Die neuen Kassensysteme stellen die Handwerkskunst auf eine ernsthafte Probe. Geöffnet ist schnell, doch das eigentliche Problem kann auf die Schnelle nicht gelöst werden. Dafür glänzt wenig später Omas Teekessel wie neu und der Schnabel sitzt fest – einsatzbereit fürs nächste Jahrhundert.

Voriger Beitrag

Zwei Mal Acht Meter in der Mozar … »

Nächster Beitrag

Über 150 Jahre Zuckerlgeschicht … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare

  1. geschrieben von andreas stecker

    Das ist gut zu wissen, dass Touristen willkommen sind. Das ist sehr wichtig.

Blogheim.at Logo

Diese Website verwendet Cookies - nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Klicken Sie auf "OK", um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Webseite besuchen zu können. Die Zustimmung können Sie jederzeit auf der Seite unserer Datenschutzerklärung widerrufen.

Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen