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Saalfelden sucht Einsiedler

Wer die Einsamkeit liebt, aber keine Scheu vor Menschen hat und sich gerne in eine über 350 Jahre alte Tradition einreihen möchte, der könnte in Saalfelden bald seinen Traumjob finden. Denn die Einsiedelei hoch über der Stadt, die seit dem 16. Jahrhundert fast permanent von Eremiten bewohnt wird, steht derzeit leer und soll ab Frühling 2017 wieder bewohnt werden. Doch wie ‚bewirbt’ man sich für eine solche Aufgabe, was heißt es, Tag und Nacht am Berg zu leben und welchen Herausforderungen sollte man als Einsiedler gewachsen sein? Antworten finden Sie hier…

„Wir suchen einen in sich ruhenden Menschen, der bereit ist zum Gespräch. Er soll sich aber nicht aufdrängen“, erzählt Dechant Alois Moser aus Saalfelden über die Eigenschaften, die ein Einsiedler mitbringen sollte. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird die am schroffen Felsen gelegene Klause am Palfen von gläubigen Menschen bewohnt. Allesamt suchten sie ihr Glück in der Einsamkeit und wollten auf diesem Weg Gott näherkommen. Bis Herbst 2016 nannte Bruder Raimund aus Vorarlberg die schlichte Bleibe auf über 1.400 Metern Seehöhe sein Zuhause, hatte für die Pilger, die zum Bildnis des Heiligen Georgs, des Schutzpatrons der Tiere, kamen, ein offenes Ohr. Außerdem wusste er allerlei Geschichten zu erzählen. Meist fand man den durch und durch zufriedenen Menschen auf der Holzbank vor der Kirche sitzend. Sowohl das Gesellige, als auch das Schweigen waren diesem Menschen nicht fremd.

Blick ins Tal hinunter von der Einsiedelei Saalfelden aus.

Von der Einsiedelei aus hat man einen herrlichen Blick hinunter ins Tal. Man sollte aber auch mit Stille und Einsamkeit gut umgehen können.

Wenn Mitte April die traditionelle Georgifeier in Saalfelden stattfindet, erhoffen sich die Menschen der Pinzgauer Stadt, dass gleichzeitig auch ein neuer Einsiedler sein Amt antritt. Interessierte können sich bis zum 15. März 2017 per Post beim Pfarramt Saalfelden bewerben. Das Schreiben soll unbedingt einen Lebenslauf und ein aktuelles Foto beinhalten. Vor allem müssen aber die Beweggründe klar ersichtlich sein. Denn das karge Leben ist sicherlich nicht jedermanns Sache und möge wohlüberlegt sein. Schließlich muss man zur Gänze auf Strom und fließendes Wasser verzichten, bekommt kein Gehalt und muss in der Lage sein, für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Dafür sei man mit viel Zeit für das Gebet und sich selbst gesegnet. Die jährliche Saison auf der Einsiedelei dauert von April bis November und ist auch von der Witterung und den Schneeverhältnissen abhängig. In den Wintermonaten ist die Eremitage unbewohnbar.  

Wer sich angesprochen fühlt und nach reiflicher Überlegung immer noch den Wunsch verspührt, die warmen Monate über als Einsiedler von Saalfelden zu leben, Pilger zu betreuen und sich um die Klause zu kümmern, der kann seine Bewerbung an folgende Adresse schicken. 

Pfarramt Saalfelden
zH. Herrn Dechant Alois Moser
Lofererstraße 11
5760 Saalfelden

Der neue Eremit wird (hoffentlich) zur Georgifeier im April vom Bürgermeister angelobt und vom Saalfeldener Pfarrer installiert.

©alle Bilder: Saalfelden-Leogang-Tourismus

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