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Picknick im Wald

Ein warmer Frühsommer-Tag, ein Sonntag, ein Familientag. Wir beschließen heute einmal das Auto stehen zu lassen und den nächsten bewaldeten Fleck in unserer unmittelbaren Umgebung aufzusuchen. Wir wollen ein Picknick in der Natur veranstalten und an einem Bächlein einen Staudamm bauen.

Von meiner letzten Erkundungs-Joggingtour im Wald habe ich noch ein schönes Platzerl an einer Lichtung in Erinnerung. Es gibt von Kuchl aus einen Wanderweg durch einen schönen Mischwald in Richtung St. Koloman. Hier fließen im Frühling und im Sommer nach Regenschauern links und rechts vom Wanderweg entlang vereinzelt Bächlein den Waldhang hinunter. Im Frühling ist der Wald voller Bärlauch und Schlüsselblumen. Herrlich duftet es nach Holz, Harz und Moos.

Im Sommer sind die kleinen Bachläufe in den Wäldern oft ausgetrocknet. Heuer werden die Bächlein wohl noch länger Wasser führen, denn es liegt noch viel Schnee da oben auf dem Trattberg und dem Schmittenstein.

Es wird alles eingepackt, was die Kids für einen Abenteuer-Tag im Wald benötigen: Schnitz-Messer, Lupe, Aufbewahrungs-Box für Steine, Kräuter, Moos und Baum-Harz. Auch die Gummistiefel werden eingepackt, damit wir ungehindert einen Staudamm bauen können.

Kurz nachdem wir den Wanderweg entlang schlendern, findet sich schon ein Wasserlauf und ein lichter Fleck am Waldboden, um die Picknickdecke auszubreiten. Schnell werden die Gummistiefel angezogen. Im Nu stehen die Burschen schon im Bachbett und türmen Stein auf Stein um eine Staumauer anzulegen.

Im Einklang mit der Natur eine Weile verharren

Es packt sie binnen Sekunden – die Kinder sind jetzt eingetaucht in eine andere Welt abseits von Indoor-Inszenierungen, Socialmedia und Computer-Spielen. Es scheint, als hätten sie eine ganz neue, faszinierende Welt entdeckt. Nun werden sie wohl im Einklang mit der Natur und voller Tatendrang eine Weile verharren.

Eine besonders angenehme Ruhe macht sich bei allen breit. Während die Kinder in ihr Spiel mehr und mehr eintauchen, packe ich die Jause für unser Picknick aus. Etwas von dem Bärlauch der hier noch in sattem Grün überall im Wald steht, wird sogleich gepflückt, im Bach gewaschen und auf meinem Jausenbrett in Streifen aufgeschnitten. Ich gebe den Bärlauch über die hartgekochten Ei-Hälften. Mit etwas Salz – eine herrliche Kombination!

Auch Brunnenkresse findet sich am moosigen Ufer des Baches. Wir sind sehr stolz, dass wir unsere Jause mit etwas Ernte vom Wald bereichern können. Euphorie macht sich breit, nun haben die Kids entdeckt, dass sich die Rinden von den umgefallenen Baumstämmen perfekt als Wasserrinnen eigen. Das herablaufende Wasser wird damit zum Staubecken geleitet. Die Kinder führen hitzige Debatten, was man hier noch optimieren könnte.

Wir Erwachsene amüsieren uns darüber und genießen unseren heißen Kaffee aus der Thermoskanne. Zwischendurch stehe ich auf und strecke mich, drücke meine Hände nach oben und schaue in die Baumkronen. Ich atme dabei tief ein und aus und denke: „Schön ist es hier im Wald zu sein und die gute Luft und die Ruhe zu genießen“.

Nachdem wir Erwachsenen allen Proviant hergerichtet und auf der Picknickdecke ausgebreitet haben, werden die Kinder zur Jause gerufen. Es gibt fein aufgeschnittenen Räucherspeck, die hartgekochten Eier mit Bärlauch, frisches Roggenbrot, Käse, Gemüse und zur Nachspeise Joghurt mit Früchten. Allen schmeckt es und wir sind mit unserem Wald-Menü vollauf zufrieden.

Die Tiere des Waldes zeigen sich – was für ein Erlebnis

Ich habe keinen Platz mehr auf der Decke und hole mir den nächsten flachen Stein als Sitzhocker. Beim Aufheben des Steines sehe ich, auf dem nun frei gewordenen Waldboden einen kleinen Baby-Feuersalamander. Die Kinder kommen sofort, um ihn zu beobachten. Kurz darauf springen auf einmal ein paar Rehe über den Bach – nur ein paar Meter von uns entfernt. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und sitzen alle mit offenem Mund da. Wow! Was für ein Erlebnis! Unglaublich – ich bin überwältigt, weil ich überhaupt nicht daran gedacht hätte, so etwas zu sehen.

Als wir noch ein Gemeinschaftsfoto am Ufer unseres Bächleins machen wollen, entdecken wir noch einen Feuersalamander. Diesmal aber ein sehr großes Exemplar. Vermutlich wird dieser bald seine Laiche ablegen. Wir finden auch noch Frösche und Molche in den oberen Tümpeln des Baches. Nachdem der Staudamm der Kinder nun ein kleines Becken füllt, erfrischen wir alle unsere Füße darin, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Ein paar heilsame Kräuter sammeln wir unterwegs für einen Hustentee: Schlüsselblume, Spitzwegerich, Huflattich, Lungenkraut, Brennnessel- und paar Efeublätter.

Wir beschließen bald wieder ein Picknick im Wald zu machen. Das nächste Mal vielleicht im Wald am Ufer der Torrener Baches im Bluntautal, oder in einem anderen schönen Wald im SalzburgerLand.

Fotos © Martina Egger

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