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Mein Tag in Salzburg

„Zeig mir Salzburg. An einem Tag!“ So lautet mein Auftrag an diesem schönen und sonnigen Tag. Er stammt von meiner guten Freundin Anna, die mich aufgrund überfüllten Zeitplans nur etwas länger als 24 Stunden besuchen kommen kann. Ihr Wunsch sei mir Befehl.

Fingerlos frühstücken und auf zum ersten Berg

Wir stehen früh auf: Um neun Uhr sind wir beide geduscht und angezogen, bereit für alle Schandtaten und es geht auf zum Frühstück. Ganz in der Nähe ist bei mir das Café Fingerlos. Nicht die günstigste, aber sicher eine sehr leckere Art, in den Tag zu starten. Fast schon schwer sich zwischen Birchermüsli oder doch edlen Lachshäppchen zu entscheiden. Satt und zufrieden, ein Cappuchino pro Nase intus, führe ich Anna in die, spätestens seit Kinofilm „Knight and Day“ berühmte, Linzergasse. Kulinarische Spezialitäten, hübschen Schmuck, günstige Bücher und allerlei Schnickschnack, alles was das Mädchen-Stöberherz begehrt. Wir lassen uns ein wenig durch die Menge treiben, die schon in der früh unterwegs ist. Dank Restaurants, Bäckereien und Konditoren liegt immer ein feiner Essensgeruch in der Luft. Nach frischgebackenen Croissants, nach Pizza, nach Döner, nach Kaffee und Kuchen. Ich beschließe, Anna gleich mal den Kapuzinerberg hinauf zu jagen. Das steinerne Tor, hinter dem urplötzlich die Ruhe und Frieden der Natur liegt, beeindruckt mich immer wieder und sie insbesondere. Wir hecheln den steilen Aufstieg hinauf und genießen kurz den Ausblick über die Stadt von der Kirche aus, bevor wir unseren Marsch fortsetzen. Vögel buhlen laut zwitschernd und frohlockend um Aufmerksamkeit, es ist ein mächtiges Konzert, mit dem das Federvieh den Tag einläutet. Rascheln, Knacksen, Klopfen, Knarchzen: Der Wald lebt. Oben angekommen, genießen wir den wohlverdienten Blick über das Panorama und das Franziskischlössl. Ich zeige Anna von dort oben den Bahnhof, wo die Salzach verläuft und alles, was ich auf die Schnelle wiedererkenne. Den Basteiweg herab und den Weg wieder zurück, sind wir bald wieder am Ausgangspunkt Linzergasse.

Getreidegassen-Shopping und ein Besuch im Mittelalter-Auenland

Nun geht’s ab in die Getreidegasse, nach der sich Anna schon zu Anfang erkundigt hat. Ja, Salzburgs „Shoppingmeile“ ist wohl bekannt. H&M an Zara an Mango, schmiegen sich hier die Trendläden unserer Zeit: Wir beschließen, ein wenig zu shoppen. Die Getreidegasse hat sich trotz „Style“ den Charme des Gässchen einer früheren Zeit bewahrt. Geschäfte müssen noch immer ein hübsches Schild vorweisen, um hier bestehen zu dürfen, auf authentischen Flair mit Wohlfühlcharakter wird Wert gelegt. Als wir weiter Richtung Kapitelplatz schlendern, überfällt uns der kleine Hunger und wir holen uns ein Weckerl vom Bäcker. Die Pferdekutschen, die sogenannten Fiakers, samt authentisch bärtiger, in Lederhosen steckender Kutscher und urigen Holzkutschen, stimmen Anna und mich ganz nostalgisch. Die Pferde haben es ihr angetan. Mit Geduld und schließlich leicht energischem Unterton schaffe ich es, sie von den Vierbeinen weg zu geleiten und sie ins Nonntal zu führen. Ich mag diesen Stadtteil Salzburgs. Da ist eine große Wiese mit einem Pfad, der malerisch hindurch führt. Dran grenzen Villen und Häuser, manchmal modern, manchmal im viktorianisch-geschwungenen Stil gehalten,  die zum Träumen einladen. Genug geschwärmt, es ist Nachmittag und es geht auf den zweiten Berg, den die Stadt zu bieten hat: Den Mönchsberg. Bei weitem nicht so steil und, im Gegensatz zum Großteil des Kapuzinerbergs, bewohnt. Ein bisschen wie das Auenland sieht es hier manchmal aus, mit all den Häusern und Gebäuden, die sichin die grüne Idylle der Hügel einschmiegen. Einen Hauch Atmosphäre von mittelalterlichen Burgen versprühen dadgegen die Pflastersteine und efeuumrankte Gebäude. Und natürlich die „Salzburg“ selbst.

Moderne Museen, die Stadt von oben

Ich zeige Anna eine der neueren Attraktionen: Die Stupa, eine Art buddhistischer Schrein, der erst seit kurzem hier steht. In den folgenden zwei Stunden führe ich Anna von Hügel zu Hügel und einem hübschen Fleckerl zum nächsten. Ich zeige ihr die Aussicht von der Richtershöhe,und von oben auf Schloss Leopoldskron samt See und Park. Beim Vorbeigehen deute ich herauf zur berühmten Festung (zugegebenermaßen hätte sie diese vielleicht auch so bemerkt). Unversehens sind wir auf unserem Weg bald schon beim Museum der Moderne angekommen. Name beim Museum ist Programm, die Kunst hier ist meist individualistisch, neu und oft auch leicht provokativ. Kurzum: interessant. Ich biete ihr an, hineinzugehen, doch Anna winkt ab. Sie mache sich nicht viel aus Kunst, es sähe „doch schon von außen cool aus“. Wir schauen uns das moderne und recht ansehnliche Gebäude aus ein paar Perspektiven und Blickwinkeln an, gönnen uns eine weitere Pause beim Blick über Salzburgs Dächer, diesmal besonders Altstadt und Kajetanerplatz und treten das letzte Stück an.

Abendliche Altstadt und Spaziergang an der Salzach

Wieder unten gelangen wir in den Stadtteil Mülln, der eine hohe Café- und Kneipendichte aufweist. Langsam rückt die Abendstunde näher. Was möchte ich Anna heute unbedingt noch bei Tageslicht zeigen? Ich entscheide mich für den Kajetanerplatz samt Springbrunnen und fast schon mediterranem Flair. Über den Grünmarkt, auf dem man an jeden Wochentag frisches Gemüse, Obst oder auch eine deftige Wurschtsemmel erstehen kann, durch die Unterführung zum Domplatz. Klar, der Dom darf bei all den Sehenswürdigkeiten nicht fehlen. Auch der Platz selber ist eine Attraktion, im Winter findet hier der Christkindlmarkt statt. Die Universitätsgebäude erheben sich ähnlich majestätisch wie auch der Dom und die umliegenden Gebäude: Ganz klar, der Geist der vergangenen Salzburgzeiten hat sich in Stein und Gemäuer erhalten. Nur zu gut kann man sich vorstellen, wie Künstler hier durchwandelten und sich inspirieren ließen, wie Markt und Treiben stattfanden, Handwerker arbeiteten und sich Menschen in damals gebräuchlicher Leinenkleidung zum gemeinschaftlichen Ratschen trafen. Auf Annas Bitte gebe ich ihr noch einen Einblick in „meine“ Uni, die gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, direkt an der Salzach. Ok, here we go, und mir fällt ein: Wie oft bin ich nicht schon gedankenverloren an der Salzach entlang geschlendert? Ich kann nur jedem empfehlen, es mir gleich zu tun, vielleicht ein bisschen Musik zu hören und den Blick über den Fluß und die darum liegende Stadt schweifen zu lassen.
Gesagt getan, wir spazieren an der Salzach bis hinüber zum Mirabellgarten. Den Abend genießen wir hier im Blumenduft, umgeben von glücklichen Liebespaaren, gestressten Touris und spielenden Kindern. Wir kaufen im Spar ein, kochen ein gutes Abendessen und sind etwas erschlagen.

Im Irish Pub den Tag ausklingen lassen

Noch ausgehen? Bevor ich mich weigern kann, ist Anna schon Feuer und Flamme. Na gut. Wir machen uns hübsch und schwingen uns zu feiertauglicher Zeit (sprich frühestens neun Uhr dreißig) wieder auf die Beine, gehen rüber in meinen „Lieblingsschuppen“: Dem O’Malleys. Die Leute sind hier entspannt, das Bier nicht teuer und die Musik indie-rockig-gut. Manchmal vielleicht einen Tick zu sehr „good old irish“, aber da es sich um einen Irish Pub handelt, sei dies verziehen. Wir schwatzen mit den Kellnern, treffen ein paar Leute und haben noch einen schönen Abend. Ja, um abzuschalten, ist das O’Malleys genau richtig. In frühen Morgenstunden taumeln wir zu mir nach Hause, putzen uns die Zähne und legen uns hin. „Danke für den schönen Tag“ sind die letzten Worte, die Anna noch murmelt. Ich hör sie kaum noch. Und bald sind wir beide weggeratzt.

 

Viel Spaß bei eurer eigenen Erkundungstour wünschen

Anna & Christine

   

Fotos: SalzburgerLand Tourismus GmbH; Privat

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