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Klippenspringen am Wolfgangsee

Wassersport gehört sicherlich zu den schönsten Dingen, die man im Sommer im SalzburgerLand erleben kann. Wenn man jedoch auf der Suche nach einem Adrenalin-Kick vom Feinsten ist, dann sollte man unbedingt einmal zum Klippenspringen nach Fürberg am Wolfgangsee fahren. Hier, wo sich auch schon die Besten der Besten beim ‚Red Bull Cliffdiving‘ gemessen haben, finden Anfänger, ebenso wie Profis die perfekte Höhe, um den inneren Schweinehund zu überwinden und sich in die Tiefen zu stürzen. 

Mit dem inneren Schweinehund ist das ja so eine Sache! Liegt das, was man sich (zu)trauen will noch in ferner Zukunft, so scheint es alles andere als schwer, diesen zu überwinden. Fast könnte man meinen, er wäre ein zahmes Schoßhündchen, das man ohne weiteres hochheben und ein bisschen streicheln könnte. Kommt aber der Zeitpunkt näher, so wächst dieser kleine Kerl ganz schnell zu einem ausgewachsenen Wolf an, der Puls schnellt innerhalb von wenigen Augenblicken schier ziellos in die Höhe und der eigene Mut schwindet ebenso schnell. Ich muss an dieser Stelle leider zugeben: genau so geht es mir jedes Mal, wenn Klippenspringen bei mir und meinen Freunden auf dem Plan steht. Von einem Sprungturm oder –brett ins Wasser zu springen ist die eine Sache, will man jedoch etwas richtig Aufregendes und Abenteuerliches erleben, so gibt es nur einen ‚place to be’ im SalzburgerLand: die Falkensteinwand in Fürberg am Wolfgangsee.

Den Einheimischen ist dieser Spot unweit des Strandbades Fürberg schon seit einer Ewigkeit bekannt, die etwas breitere Öffentlichkeit wurde jedoch erst durch das spektakuläre ‚Red Bull Cliffdiving’ auf die Bucht und das tiefblaue Wasser unweit des Strandbades Fürberg aufmerksam. Hat man erst einmal das Auto geparkt und den Weg durch den Wald hinunter zum See hinter sich, dann muss man sich links halten und einer Forststraße folgen. Nach einem kurzen Anstieg geht es rechts weg und nach einigen Metern sieht man dann auch schon das glitzernde Wasser durch die Bäume erscheinen. Hört man noch spritzendes Wasser, gefolgt von euphorischem Jubelschreien, dann weiß man, hier ist man genau richtig.

Langsam spüre dann auch ich meinen Magen ein wenig rebellieren, während wir uns hinter den Bäumen umziehen und sprungfertig machen. Das Außergewöhnliche an der Falkensteinwand ist ja, dass hier nicht nur geübte Springer und Profis am richtigen Platz sind, sondern auch absolute Anfänger die ersten Schritte im Klippenspringen machen können. Denn so hoch die Wand auch Richtung St. Wolfgang hin wird, am Anfang findet man dann auch Stellen, wo sich fast jeder in die Tiefe zu stürzen traut. Zumindest jeder, für den 3 Meter keine unüberwindbare Hürde darstellen. Bis zu einer Höhe von 25 Metern kann man sich dann an die Weltspitze herantasten.

Für mich sollen es jetzt zum Aufwärmen die 7 Meter werden, mein eigentlicher Lieblingsspot sind aber die 12 Meter. Die kommen dann als nächstes dran. Mein Herz schlägt bis zum Hals, während ich mich langsam, Schritt für Schritt dem Abgrund nähere. Tief blau liegt der Wolfgangsee unter mir und strahlt mich im Schein der Nachmittagssonne freundlich an. „Jaja, lach du mich nur aus“, denke ich mir noch, dann kratze ich meinen letzten Rest Mut zusammen, nehme ein paar Schritte Anlauf und springe. Jeder, der schon einmal aus einer solchen Höhe gesprungen ist, der weiß, welches Gefühl ich jetzt habe. Zuerst hebt sich der Magen ein wenig, dann wird man durchströmt von einer großen Menge an Glücksgefühlen, bevor man auch schon mit einem lauten ‚Platsch’ im Wasser aufschlägt. Gott sei Dank ist das Wasser hier mehr als tief genug, selbst aus großer Höhe würde man hier nicht einmal ansatzweise in die Nähe des Grundes tauchen. Apropos große Höhe: Während ich nach meinem ersten Sprung wieder ans Ufer schwimme, werfe ich einen Blick nach oben. Dorthin, wo die Besten der Besten abspringen, um nach 25 Metern und gefühlten 200 Saltos wieder im Wasser zu landen. Geadelt wurde diese Stelle vom besten und bekanntesten Klippenspringer aller Zeiten, Orlando Duque, der den See als den Schönsten auf der ganzen Welt bezeichnete. Kann ich nur unterschreiben!

Wieder oben angekommen, will ich es jetzt wissen und visiere ‚meine’ 12 Meter an. Vom inneren Schweinehund kann jetzt keine Rede mehr sein, eher schon von einem Schweineelefanten, wenn man so will. Das, was den Sprung hier nochmal so furchteinflößend macht, ist der Strauch in der Wand unter dem Absprung, über den man unbedingt hinwegkommen sollte. „Warum tu ich mir das immer wieder an“, denke ich mir noch und ehe ich realisiere, was gerade vor sich geht, laufe ich auch schon an und springe ab. Noch während ich den Busch hinter mir zurücklasse, wird der Flugwind immer stärker und ein kurzes Gefühl des Fliegens setzt ein. Wieder tauche ich mit dem obligatorischen ‚Platsch’ ins Wasser und werde unter Wasser wild umhergewirbelt. Durch unzählige Bläschen tauche ich dem Licht entgegen und an der Oberfläche wieder auf. Euphorisch schaue ich die Wand hinauf und kann es nicht erwarten, gleich noch einmal zu springen. Jetzt weiß ich ganz genau, warum ich mir das immer wieder antue. Nein, warum ich mir dieses Gefühl immer wieder gönne!

Titelbild: Orlando Duque vor der legendären Falkensteinwand ©Samo Vidic/Red Bull Content Pool

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