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Der Winter hat Einzug gehalten

SALZBURGS GASTFREUNDSCHAFT IST LEGENDÄR. DOCH AUCH HINTER DEN KULISSEN SIND MENSCHEN AM WERK, DIE LEIDENSCHAFTLICH DARAN ARBEITEN, DASS DER WINTERURLAUB ZUM UNVERGESSLICHEN ERLEBNIS WIRD. WIR HABEN VIER DIESER „URLAUBSMACHER“ BESUCHT. SIE VERRICHTEN IHRE ARBEIT MIT SPASS, GEWISSENHAFTIGKEIT UND VON GANZEM HERZEN. WIR WAREN BEEINDRUCKT.

Rainer Wörndl schläft im Winter schlecht: Mitten in der Nacht stiehlt sich der Bio-Bauer aus Faistenau aus dem Bett, um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Sein Interesse gilt dem Wetter. Denn das ist entscheidend für seine Arbeit – das Spuren der Langlauf- und Skatingloipen sowie der Winterwanderwege. Den ganzen Winter über verbringt der 46-Jährige rund fünf Stunden täglich in dem ohrenbetäubend lauten Pistenbully. Je eisiger der Untergrund, umso unruhiger die Fahrt. Rainer Wörndl lacht: „Nach fünf Stunden bist du körperlich fertig“. Das Feedback der Wintersportler bekommt er unvermittelt: „Viele geben mir zu verstehen, dass die Loipenbedingungen super sind. Aber es sind auch andere dabei: Den einen fahre ich zu langsam, den anderen zu schnell. Allen kann man es nicht recht machen.“ Doch Rainer Wörndl ist eine Frohnatur und nimmt’s nicht persönlich: „Das Loipenspuren ist eine Wissenschaft für sich und Millimeterarbeit.“

Das Geheimnis einer guten Piste

In Zell am See kommen die Männer hingegen erst spät ins Bett: Sie verwandeln in stundenlanger Arbeit die zerfahrenen Pisten des Vortages erneut in unberührte Abfahrten. Als die letzten Skifahrer längst den Berg verlassen haben, macht sich der Pistenchef der Schmittenhöhe in Zell am See, Josef Pichler, mit seinem Team auf zur nächtlichen Präparierung von 77 Pistenkilometern. Es ist ein einsamer Job im Cockpit des 10 Tonnen schweren Hightech-Geräts: In der finsteren Nacht sieht Josef Pichler, der das Gefährt mithilfe eines Joysticks lenkt, im hellen Scheinwerferkegel nur staubenden Schnee. Auf die Frage, ob er selbst in den Genuss des Feinripps kommt, lacht er: „Na klar! Doch noch mehr genieße ich eine Abfahrt durch frischen Pulverschnee!“ Viel Zeit zum Plaudern bleibt nicht, denn der 50-Jährige hat’s eilig: Vor Mitternacht will er fertig sein. „Eine gute Piste soll acht Stunden ruhen!“ Die Drehleuchten signalisieren weithin sichtbar: „Wir sind im Einsatz für den nächsten perfekten Skitag!“

Mit 2 PS zur Alm

Im Einsatz für einen romantischen Wintertag ist Anja Lackner in Filzmoos. Ihre Fahrgäste sind in warme Decken gekuschelt, während die Kutscherin ihren Pferdeschlitten zu den Hofalmen lenkt. Dieses stille Naturerlebnis hat in dem Bergdorf lange Tradition, und im Winter sind die Filzmooser Pferdegespanne täglich unterwegs. Dampf steigt vom Rücken der edlen Friesen Veronica und Liv: Zwischen den Bäumen taucht die imposante Bischofsmütze auf, und während die Gäste zum Mittagessen in den Hofalmen einkehren, versorgt Anja Lackner die über 500 Kilo schweren Rösser. „Friesen sind ehrgeizige Pferde, und die beiden sind ganz gierig darauf, den Schlitten zu ziehen“, verrät die Landwirtin, die über ihre Leidenschaft ihre große Liebe fand: „Mein Mann Peter ist Hufschmied und sorgt für das gute Schuhwerk der Filzmooser Pferde. Er war wie ich schon immer ein großer Friesen-Fan. So stand er plötzlich in meinem Leben, und auf dem Pilzhof leben wir heute unseren gemeinsamen Traum der Pferdezucht.“

Das Leben in vollen Zügen feiern

Ebenfalls einen Lebenstraum verwirklichte sich Erich Tiefenthaler: 2010 hat er die Lisa-Alm mitten im Skigebiet von Flachau eröffnet. Ihr Ruf eilt der trendigen Einkehre am Berg voraus: Hier treffen sich Wintersportler, Einheimische, Partygäste, Promis, Gourmets und Connaisseure gleichermaßen. Und auch wenn die Arbeitstage für Erich Tiefenthaler und sein Team mit 15 bis 20 Stunden lang und anstrengend sind, vergeht dem Salzburger das Lachen nie: „Ich bin ein totaler Gefühlsmensch und mache auf dieser Alm genau das, was mir selbst gefällt. Von traditionellen Gerichten über Sushi und einer eigenen Patisserie am Berg bis hin zu unseren DJ’s, die täglich für Stimmung sorgen. Auch wenn mich einige für einen Spinner halten: Die Alm ist für mich die größte Kommunikationsszene, bei der ich die Menschen bei bester Stimmung zusammenbringen kann.“ Den Knochenjob sieht man Erich Tiefenthaler nicht an: Ganz im Gegenteil! Seine gute Laune überträgt sich auf jeden einzelnen Gast der Lisa-Alm.

Über die Autorinnen
EDITH DANZER ist freie Redakteurin aus Zell am See und liebt die Berge und Menschen mit Geschichten. FRANZISKA LIPP fuhr für diese Geschichte zum ersten Mal in einem Loipenspurgerät. Auf der Lisa-Alm war sie schon zuvor Stammgast.

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