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Der fromme Kräuterflüsterer

„Für Pflanzen sind die vier Ur-Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde überlebenswichtig. Auch wenn man zu Hause Kräuter anbaut, muss man auf die Umgebung achten – dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen“, sagt Pater Pausch beim Betreten des wunderschönen Kräutergartens am Kloster Gut Aich, das wenige Kilometer von St. Gilgen am Wolfgangsee entfernt liegt.

Als Bäckerin, Food-Bloggerin und Hobby-Gärtnerin habe ich mich schon sehr auf das Treffen mit Pater Pausch gefreut, gilt er der doch als der Experte zum Thema Heilkräuter im Salzburger Land schlechthin. Und überhaupt ist er ein Mensch mit vielen Facetten: Er ist Gründer und Prior des Europaklosters Gut Aich, hat eine Ausbildung als Psychotherapeut und kennt sich eben auch mit Heilkräutern aus. „Schon mit 6 Jahren habe ich damit angefangen, mir ein Herbarium anzulegen: Ich habe die Pflanzen gepresst, auf Papier geklebt und beschriftet. Da fing es an und hat es mich nie mehr losgelassen“, erzählt Pater Pausch voller Enthusiasmus. In den Jahren danach hat er sich als Buchautor einen Namen gemacht und mit seinen selbst entworfenen Heilkräuter-Mandalas traditionelles Wissen, die eigene Erfahrung und fernöstliche Lehren zu einem spannenden Gesamtkonzept vermengt.

„Ich habe für jede Pflanze im Kräutergarten ein Mandala erstellt. Denn um die Identität der Pflanzen festzuhalten, braucht es mehr als nur Fotografien“, sagt Pater Pausch. „Das Faszinierende ist, dass Menschen nur durch das Anschauen der Mandalas draufkommen, welches Bild ihnen gefällt und welche Pflanze ihnen hilft.“ Interessanterweise bestätigt sich dieses Konzept gleich im Selbstversuch: Pater Pausch bittet mich, mir aus dem Bauch heraus eines der Mandalas in seinem Buch auszusuchen. Mir gefällt rein vom Bild der Baldrian, der Herzensruhe und inneren Frieden bringt – genau das Richtige, weil ich beruflich gerade einiges um die Ohren habe.

Beim Rundgang durch den gepflegten und artenreichen Kräutergarten nimmt sich Pater Pausch Zeit, um mir eine umfassende Einführung in Sachen Kräuter- und Pflanzenkunde zu geben. „Wichtig ist, dass man nicht nur die großen Pflanzen wahrnimmt, sondern auch die kleinen, unscheinbaren“, erzählt er mir. Laut ihm sind nämlich genau diese oft die hilfreicheren und vielseitigeren. Gut zu wissen – schließlich bietet mein kleines Kräutergarterl, das ich mir in einem Servierwagen in meiner Wiener Wohnung angelegt habe, nicht allzu viel Platz für große Pflanzen.

Da ich oft Halsschmerzen und geschwollene Mandeln habe, interessiert mich der heilende Aspekt der lokalen Kräuter besonders. Ich weiß, dass Salbei gut ist, wollte aber wissen, welche Hausmittelchen es noch gibt. „Es gibt eine ganze Reihe von Kräutern, die unsere Immunkraft stärken. Der Alant ist zum Beispiel gut für den Hals, den Rachen und auch für die Verdauung“, erläutert mir Pater Pausch. „Der Eibisch ist auch eine gute Pflanze für den Hals – und zwar sowohl die Blüte als auch die Wurzel. Die Wurzel darf man allerdings erst im Herbst ernten, im Sommer ist die Kraft noch in der Blüte.“ Neben Salbei, Alant und Eibisch ist laut Pater Pausch auch der Echinacea als heilsames Kraut bei Erkältungen sehr nützlich. Er empfiehlt bei Halsschmerzen einen Tee aus Salbei und etwas Thymian.

Überraschenderweise zählt auch der eher unscheinbare Hafer zu jenen Pflanzen, die mir Pater Pausch dank seiner heilenden, energiereichen Wirkung ans Herz legt: „Wir füttern schließlich auch Pferde mit Hafer und in England zählt Porridge als besonders kraftbringendes Frühstück.“ Ich erfahre, dass vor nicht allzu langer Zeit Haferstroh als Matratzenfüllung verwendet wurde und dass die Menschen gut darauf geschlafen haben. Ein guter Tipp für alle Hobby-Gärtner ist außerdem, dass ein Kräutergarten von der Buchsbaum-Hecke umzäunt sein sollte. „Auf den ersten Blick schaut die Hecke nach Zierde aus, aber die Erfahrung zeigt uns, dass sie auch hilft. Unser Nussbaum war krank, dann haben wir Buchsbaum dazu gepflanzt und jetzt trägt er schon wieder Nüsse.“

Je mehr mir Pater Pausch erzählt, umso mehr wird mir bewusst, welche wundervollen Pflanzen hier direkt im Kräutergarten wachsen: Einerseits wunderschön und andererseits auch extrem nützlich. „Die klassischen Alm- oder Bergkräuter gedeihen hier im Salzburger Land sehr gut. Manche sogar besonders gut, wie zum Beispiel die Meister- oder die Engelwurz“, sagt Pater Pausch und fügt mit einem Lächeln hinzu, dass die hiesigen Gänseblümchen im übrigen die allerbesten seien.

Mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Informationen zu Heilkräutern im Kopf verabschiede ich mich von Pater Pausch und mache mich auf den Weg zum Fürstenhof von Niki Rettenbacher.

Vom Treffen mit Pater Pausch gibt es auch ein Video:

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