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„Das Snowboard würd‘ ich nie an die Wand hängen“

Mathias Weissenbacher visualisiert seinen bevorstehenden Sprung. Er geht in sich und stellt sich vor, dass er den Trick ohne Druck im Snowboard-Park daheim fährt. „So komm‘ ich runter“, sagt Mathias und fügt hinzu: „Dann steh‘ ich auf und klopfe mir drei mal auf den Helm. Das ist so ein Schmäh von mir und meinem Papa.“

Bei seinem letzten FIS Big Air Contest Anfang Dezember in Mönchengladbach hielt er sich erneut an sein Ritual und bot eine extrem starke Leistung vor beinahe ausverkauftem Hause und somit knapp 10.000 Zuschauern am Wettkampftag: Der Salzburger landete mit seinem „Cab 12“ (Anm.: Dreieinhalb Umdrehungen um die eigene, horizontale Achse) auf dem 9.Rang – und damit ist er „ziemlich zufrieden, da wenig Zeit zum Trainieren war“. Interessante Zusatzinformationen: 1.) Das eigentlich Schwierige ist die Qualifikation, denn hier schaffen es lediglich fünf der 30 Starter ins Finale. 2.) Das Big Air Finale der Damen hat übrigens die Österreicherin Anna Gasser gewonnen.

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© Head Snowboards

„Die Saison ist ziemlich hart, es fährt jeder mit. Es war so cool, dass ich vorne mitfahren konnte“, freut sich Mathias nach dem Contest, „es ist so erleichternd – nicht nur für mich, sondern auch für unser ÖSV-Team, weil es eben längere Zeit nicht für das Finale gereicht hat.“ Es war der mittlerweile 3.Big Air Bewerb in der Saison 2016/2017 – für Mathias aber der erste „Richtige“ auf einer großen Rampe. Der in Radstadt lebende 24-jährige Salzburger Snowboarder ist seit 2005 begeisterter Snowboarder und Mitglied im A- Kader des österreichischen Nationalteams.

Mathias zufrieden: „Das gibt Motivation für den nächsten Bewerb.“

Apropos Team-Leistung: Mathias ist sehr stolz auf die Damen-Siegerin beim Big Air in Mönchengladbach, seine 25-jährige Teamkollegin Anna Gasser: „Die fährt ja nicht lange Snowboard, erst seit ein paar Jahren – ich hab‘ mir gedacht: ‚Das ist ein ganz normales Dirndl, das zu snowboarden anfängt.‘ Anna geht 360 Tage im Jahr snowboarden. Sie hat einen Biss und viel Zeit in neue Tricks reingesteckt – und das sieht man. Hut ab, was die Frau abliefert.“

Der nächste Bewerb wird für Mathias ein Heimspiel – denn dieser FIS Slopstyle-Weltcup findet Mitte Jänner am Kreischberg in der Steiermark statt. Im Dezember ist er in der Heimat am Trainieren und lässt den Big Air Contest in den USA Mitte Dezember 2016 aus. Beim Training legt der junge Rider viel Wert auf Ernährung und seinen persönlichen Tagesablauf: „Ich schau‘, dass ich auch am Wettkampf-Tag den Tages- Rhythmus einhalten kann – das geht nicht immer, aber ich versuche es. An einem normalen Tag stehe ich auf, frühstücke meist ein Joghurt mit Banane oder Apfel, geh‘ dann auf den Berg, fahre bis 14 oder 15 Uhr, bevor ich dann daheim etwas runter komme. Dann mache ich Krafttraining und danach ist der Tag gelaufen.“fullsizerender_fotor2

„Bei mir muss alles seine Richtung und seine Perfektion haben.“

Was Mathias noch macht, ist surfen. Sein Snowboard gänzlich gegen das Surfboard eintauschen würde er aber nicht, obwohl er sich „genau das Gleiche auch öfters fragt“, so der junge Rider. Ein Board bedeutet nicht automatisch die Konzentration auf ein Element: Im Sommer war Mathias viel am Meer und am Surfen, „das ist ein guter Trainings-Effekt zwecks der Balance“ – und um zudem „den Kopf freizubekommen, wenn man zwei bis drei Monate etwas anderes macht“. Prinzipiell gibt es für ihn aber keinen Urlaub ohne Sport, er kann nicht zwei Wochen am Strand liegen. Wenn er doch ins Ferienhaus seiner Familie nach Kroatien reist, greift er dort meist auf den Jetski zurück – und ergänzt grinsend: „Mein Papa zieht mich dann mit dem Wakeboard unter meinen Füßen hinterher.“ Familie ist für Mathias extrem wichtig – gerade die Beibehaltung von weihnachtlichen Traditionen: „Wir gehen an Heilig Abend um etwa 17 Uhr ganz normal mit der ganzen Familie auf‘s Grab und danach zur Oma. Da gibt’s eine Würschtl-Suppe und dann heim zwecks Bescherung. Das Essen mit der Familie ist für mich das Highlight – man sieht sich ohnehin nicht so oft über die ganze Saison hinweg.“

„Ich mache es nicht des Geldes wegen, für mich hat snowboarden immer mit Spaß zu tun – und das soll auch so bleiben.“

Selbst eine Familie zu gründen ist für Mathias ganz klar ein Ziel in seinem Privatleben: „Ich hab zwei ältere Schwestern mit Männern und Kindern – und ich bin der, der frei herum schwirrt und ungebunden ist. Irgendwann wäre es schon einmal cool, wenn man mal Familie hat – irgendwie gefällt mir das. Derzeit ist bei mir snowboarden aber erstrangig und genau das, was ich machen will.“ Noch kein Vierteljahrhundert jung, denkt Mathias an die Zukunft, an Familie und auch daran, sich eine Karriere nach dem Snowboarden aufzubauen. Sein Interesse gilt dabei Immobilien und er möchte dem Sport treu bleiben, eventuell als Trainer. Das Motto des ambitionierten Freestylers lautet: „Do what you like to do“ (= „Mach‘, was du gerne machst“)hirs-standing

Im exklusiven Interview für das SalzburgerLand-Magazin stand Mathias Autor Raphael Auer Rede mit kurzen Antworten bei „short questions, short answers“:

Raphael: Big Air oder Slopestyle?

Mathias: Big Air.

R: Blond oder Brünett?

M: Brünett.

R: Snow oder Surf?

M: Na hawidere…weil ma jetzt a Interview über‘s Snowboarden machen, sag‘ ich mal Snowboard.

R: Red Bull oder Bier?

M: Red Bull.

R: Rail oder Box?

M: Rail.

R: Kino oder streamen?

M: Kino.

R: Pizza oder Sushi?

M: Ich hab beides ziemlich gerne…aber ich sag‘ Sushi.

R: Hip Hop oder Rock?

M: Hip Hop.

R: Schlange oder Eidechse?

M: Schlange, Kobra.

R: Schnee-Haserl oder schicke Dame?

M: Das ist für mich das Gleiche – aber ich sag‘ Schneehaserl.

R: Himmel oder Nirvana?

M: Himmel.

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