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Das Dorfgasteiner Gondeldinner

Während die höchsten der Gipfel um uns noch im goldenen Licht der Sonne erstrahlen, kriecht die Schwärze der Nacht schön langsam über das Gasteinertal. Ruhe kehrt ein. Der Weg zur Talstation ist mit Fackeln erleuchtet und Musik begleitet uns auf unserem Weg. Erst leise. Es ist ein schöner Anblick. Sanft gleiten die Gondeln der Dunkelheit entgegen und noch können wir nur erahnen, welch toller Abend uns bevorsteht. Einer, auf den wir uns wirklich schon lange gefreut haben.

Ich muss mich outen: Ich bin ein großer Gastein-Fan. Jede freie Minute komme ich hierher. Schalte ab, drehe auf, manchmal auch durch. Das Tal ist für mich die perfekte Mischung. Aus so vielem. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Natur und Architektur. Stille und Action. Bewegung und Entspannung. Aber hauptsächlich komme ich der Menschen wegen hierher zurück. Sie inspirieren mich. In all ihrem Handeln, ihrem Sein. Und ihrem Drang nach Neuem. Und dem Erhalten gleichermaßen. Der gnadenlos nach vorne gerichteten Lebenseinstellung. Zumindest habe ich diesen Eindruck. Und so wundert es mich auch nicht, dass man gerade hier den Schritt aus der Komfortzone gewagt hat, Kulinarik und Genuss aus den gewohnten Wänden der Restaurants und Gasthäuser zu reißen und sie an einen zweckentfremdeten Ort zu verpflanzen. Ins Innere der Gondeln der Dorfgasteiner Fulseck Gipfelbahn. Das klingt spannend, das wollen wir, meine Frau und ich, unbedingt erleben.

Gondel Nr. 82

Mittlerweile sind wir in der Talstation angekommen und befinden uns im Trubel einer Weinverkostung wieder. Denn während die Gäste auf die speziell für sie reservierten Gondeln warten, werden zahlreiche heimische Weine direkt vom Winzer präsentiert und ausgeschenkt. Wir schlendern langsam durch das Geschehen, kosten einen frisch-fruchtigen Rosé und unterhalten uns mit unterschiedlichsten Leuten an den Stehtischen. Die Stimmung ist wirklich gut, jedem ist die Vorfreude anzumerken.

„Gondel 82 ist nun bereit zum Einsteigen“, ertönt es plötzlich vom Moderator, der nett und unaufdringlich durch den Abend führt. Unser Stichwort. Im Inneren der Kabine erwartet uns ein schön gedeckter Tisch und flackerndes Kerzenlicht. Wir nehmen Platz, wickeln uns in die bereit gelegten Decken ein und lassen die Gläser noch einmal füllen. Dann wird der erste Gang serviert. Fisch. Ein letztes Foto wird geschossen, dann schließen sich die Türen und es geht los. Leise rüttelnd verlässt die 82 die Talstation und beginnt gleich ihren Anstieg in luftige Höhen. Dann Stille.

Hier sind sie also wieder, die Gegensätze, die ich an Gastein so liebe. Gerade noch inmitten einer heiteren Menschenmenge, befinden wir uns nun plötzlich in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit. Romantischer könnte es eigentlich nicht sein. Um uns schwarze Silhouetten der Bäume und Berge, über uns nur die Sterne. ‚A Sky full of Stars‘ kommt es mir in den Sinn und ich summe wohl kurz vor mich hin. Wir stoßen auf den Abend an, nehmen einen genüsslichen Schluck und senken die Blicke auf unsere wunderschön angerichteten Teller. Das Konzept ist ebenso simpel wir genial. Für ca. 350 Gäste und Liebhaber der guten Küche kreieren Dorfgasteiner Wirte ein tolles 4-gängiges Menü, das in luftiger Höhe und inmitten der atemberaubenden Gasteiner Bergwelt genossen wird. Bereits zum vierten Mal dreht sich dieses außergewöhnliche Dinner und war von Beginn weg ein großer Erfolg, wie uns einer der netten Kellner vorhin erzählt hat. Kein Wunder. Denn wenn das Dorfgasteiner Gondeldinner das hält, was der erste Gang schon einmal verspricht, dann werden wir zu Wiederholungtätern.

‚Out of the Dark and into the Light‘

Während unter uns vereinzelte Pistengeräte ihre einsamen Bahnen ziehen, wird plötzlich wieder Musik hörbar. Zu Falcos ‚Out oft he Dark, into the Light‘ verlassen wir die Dunkelheit und fahren ins Licht der hell erleuchteten Mittelstation ein. Wie treffend! Abservieren, Nachschenken und den neuen Gang servieren – alles läuft wie am Schnürchen. Die Kellner sind gut drauf und man merkt, dass ihnen die Abwechslung von ihrem Alltag richtig Spaß macht. Dann wieder Türen zu. Stille. Jetzt gibt es Suppe. Ein Genuss. Unter uns wird die Welt immer hochalpiner, die Bäume weniger und der Schnee immer mehr. Die Liftstützen sind hell erleuchtet und tauchen die Bergwelt in mystisches Licht. In jeder der vorbeifahrenden Gondeln sitzen ebenfalls zwei bis vier Personen und man sieht, dass wir alle einen ganz besonderen Abend haben.

Mittlerweile sind wir so hoch oben am Berg, dass wir einen weiten Blick hinein ins Gasteinertal werfen können. Schlossalm, Stubnerkogel, Graukogel und schließlich die Gipfel des Nationalparks Hohe Tauern – sie alle werden vom gerade aufgehenden Mond in blaues Licht getaucht und schaffen die Kulisse zu unserer sanft-schaukelnden Fahrt. Ein letzter steiler Anstieg, dann sind wir da. Die Gipfelstation. Dem Höhepunkt. Kulinarisch ebenso, wie auch topografisch.

Zurück in die Realität

Während sich die Gondel um 180 Grad dreht und danach wieder dem Tal entgegen fährt, bewundern wir die Kunstwerke, die wir gerade serviert bekommen haben. Bio-Rind aus der Region mit allerlei herrlichen Beilagen. Dazu Rotwein, was sonst. Ein kurzer Augenblick, leichtes Berühren unserer Gläser, dann lassen wir uns dieses Gedicht aus der Dorfgasteiner Küche auf unseren Zungen zergehen. An der Mittelstation dann wieder das gewohnte Bild, nur gibt es diesmal Dessert. Eine Variation verschiedener Sünden aus der Kaffeeküche. Wahnsinn. Dazu ein Schnaps, Türen zu und schon sind wir auf unserer letzten Etappe zurück zur Talstation.

‚Back to Life, back to Reality‘ tönt es aus den Lautsprechern, als die 82 ein letztes Mal für heute ihre Türen öffnet und wir unser ‚Zuhause‘ der letzten 1,5 Stunden wehmütig verlassen. Eigentlich wären wir gerne noch eine Runde gefahren. Was für ein herrlicher Abend!

Und womit wird mich Gastein wohl das nächste Mal überraschen. Skifahren in Sportgastein oder am Graukogel, mystischen Perchtenläufen oder jazzigen Klängen inmitten der Berge? Noch weiß ich es nicht, aber es wird bestimmt wieder hier zu lesen sein…

Weitere Infos:

Tourismusverband Dorfgastein
T +43 6432 3393 412
alexandra.portenkirchner@gastein.com
www.gastein.com 

©Peter Zeitlhofer – n8musik; Titelbild: ©Alexandra Jank-Dorfgasteiner Bergbahnen AG

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