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Das Dampfbad in der Tiefe der Tauernberge

Eigentlich wollten die Gasteiner vor 60 Jahren im Böcksteiner Radhausberg nach Gold suchen. Gefunden haben sie aber etwas viel Wertvolleres: Ein natürliches Dampfbad inmitten des Berges. Heute besuchen jährlich rund 14.000 Gäste den Gasteiner Heilstollen, um sich zu regenerieren. „Der Rest ist Schweigen“, sagt meine Sitznachbarin im kleinen Abteil der Stollenbahn, nachdem wir uns beim ersten Halt auf der rund 20-minütigen Fahrt in den Berg die Bademäntel ausgezogen haben, weil es immer wärmer wird. Die vorgeschriebene Stille ist auch notwendig, damit sich die Lungen an die 100 Prozent Luftfeuchtigkeit im Heilstollen gewöhnen können – und die bis zu 41 Grad warme Luft ist ohne Bademantel auch leichter zu ertragen. Erträglich werden nach einem Aufenthalt im Gasteiner Heilstollen auch die chronischen Schmerzen der Gäste: Besonders bei rheumatischen Erkrankungen, Hautproblemen und Atemwegs-Erkrankungen ist ein Aufenthalt empfohlen. Die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit und dem Edelgas Radon ist weltweit einzigartig. Entspannung im Schoß von Mutter Erde Einzigartig ist auch das Gefühl im Inneren des Radhausberges: Angst vor engen Räumen und Dunkelheit sollte man nicht haben – das wird aber beim ärztlichen Check vor der Einfahrt abgeklärt. Drinnen fühle ich mich rundum geborgen: Die Stille, Wärme und das gedämpfte Licht im Schoß von Mutter Erde lassen die Welt draußen vergessen. Auf Liegen entlang der Stollenwand rasten wir uns eine dreiviertel Stunde aus. Anfangs macht mir die warme und feuchte Luft beim Atmen noch zu schaffen, bald schlafe ich aber wie ein Baby. Kinder und Jugendliche dürfen wegen des hohen Radon-Gehaltes noch nicht in den Heilstollen. Das Edelgas hilft Erwachsenen besonders bei der Rheuma-Krankheit Morbus Bechterew – hier liegt die Erfolgsrate bei fast 90 Prozent. Die Heilstollen-Therapie lindert die Beschwerden und nach einer dreiwöchigen Therapie in Gastein mit mehreren Einfahrten bleiben die Patienten bis zu einem Jahr schmerzfrei, was teure Medikamente spart.

Tropisches Klima in der Tiefe des Berges Das erzählt mir auch meine Sitznachbarin bei der Ausfahrt aus dem Stollen: Sie habe bei ihrer ersten Einfahrt eine Morbus Bechterew-Patientin getroffen, die seit 30 Jahren regelmäßig nach Gastein kommt, um im Heilstollen zu kuren: „Früher hat sie sich nicht einmal kämmen können. Heute nach den Behandlungen im Heilstollen kann sie wieder größtenteils selbstständig leben.“ Meine Verspannung im Rücken und die Arthrose im Sprunggelenk haben nach der ersten Einfahrt in den Heilstollen auch schon spürbar nachgelassen – jetzt brauche ich aber erstmal Ruhe, denn das tropische Klima in der Tiefe des Nationalparks Hohe Tauern belastet sogar den Kreislauf eines Bergsportlers. Da kommt mir die Entspannung nach der Ausfahrt im Ruheraum gerade recht.

Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollen Betriebsges.m.b.H. Heilstollenstraße 19 A-5645 Böckstein – Bad Gastein +43 6434 3753-0 www.gasteiner-heilstollen.com  

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