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Auf Hexenspuren in Salzburg zur Walpurgisnacht

Beltane, das ist die Walpurgisnacht von 30. April auf 1. Mai.  Einer der wichtigsten keltischen Feiertage, wo die Göttin der Natur sich mit  dem Sommergott vereint. Salzburg gilt dabei als Hexenmekka.

Die weißen Frauen, die Hagazussen, die mit ihren besonderen Fähigkeiten an der Schwelle zwischen Menschen und Geisterwelt saßen, wurden nach der Zukunft gefragt, es wurde getanzt und Freudenfeuer entzündet. Mit der Christianisierung wurde der Nacht der Wollust Einhalt geboten. Nur der Maibaum samt Kranz (Phallussysmbol + Weiblichkeit) wurden als heidnische Symbole von den Christen übersehen und haben sich im  Salzburger Brauchtum weiterentwickelt.

Die Hagazussen wurden mit der Christianisierung als Hexen diffamiert. Die Feuer wurden weiter entzündet, allerdings zu ihrer Abwehr. Man zog lärmend durch die Straßen und Besen wurden mit dem Reisig nach oben aufgestellt. Geblieben ist von diesem Spektakel mancherorts das Zerstörerische, das als Schabernack gilt. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird versteckt und abtransportiert.

Salzburg ist reich an Kraftplätzen und Hexenplätzen.

Einer davon soll in Maria Plain sein. Gleich neben der Kirche im Wald ist einer der Kraftplätze. Wenn man Glück hat, sieht man noch Spuren der Rituale.

Hexenloch
Das Hexenloch in Aigen, am Fuße des Gaisbergs besticht nicht nur durch landschaftliche Einzigartigkeit. Am besten parkt man beim Spar Markt in der Revertera Allee. (Holt sich dort noch eine Jause, da das regionale Angebot an Backwaren und Wurstwaren dort einzigartig ist) und geht dann die Allee entlang bis zur Johannes Kirche. Dort beginnt die eigentliche Wirkungsweise des Kraftplatzes. Nach der Kirche verzweigt sich der Weg. Entlang des Felberbaches stehen die Feen und Gnomensteine. Eine Eibengruppe und danach zwei Eschen. Sie stehen als Höhlenwärter.  Direkt am Hexenloch werden Feen- und Troll-Energien wirksam. Bei der oberen Grotte in der Gilowski Schlucht liegt der eigentliche Orakelplatz.

Hexenabende
Das Pentagramm war das Schutzzeichen der Druiden. Das Pentagramm gehört zu den weißen Hexen wie der Besen an der Tür, Raben, schwarze und weiße Kerzen. Diesen Klischees werden auch die beiden Eventveranstalterinnen Ingrid Bartolot  und Bianca Jetzbacher gerecht, die immer wieder mal Hexenabende abhalten, bei denen man Grundwissen über die Hagazussas erweben kann und in gemütlichem Kreis mit selbstgemachtem Kräuterpesto und Räucherwaren in die Wicca-Philosophie eintauchen kann – wie zum Beispiel beim Ausräuchern mit weißem Salbei  – es macht rein und öffnet. Ingrid bietet dabei eine Räucherschale mit 9 heimischen Kräuterräuchungen zB. Korianer und Lavendel an.

Bei einem Wunschritual und einem Glaserl Wein (Hexen feiern), kann man seinen geheimsten Wunsch realisieren. Rituale wie der Satz „So sei es“ oder das Überschreiten eines Holzscheits sollen den Wunsch manifestieren. Einen Schluck Wein bekommt Mutter Erde (in diesem Fall der Gummibaum im Gastraum, da es draußen zu kalt war). Gemeinsames Essen wie Spaghetti mit Bärlauchpesto, Wildkräutern und Blümchen steht im Mittelpunkt. Danach wird selbstgemachter Magenbitter getrunken.

Hexenverfolgung
Salzburg birgt auch Erinnerungen an die dunklen Seiten der Hexenverfolgung. Der Hexenturm in der Paris Lodron Straße -Ecke Wolf Dietrichstraße ist der bekannteste. Er wurde 1944 nach Bombenbeschädigungen abgerissen. Heute erinnern nur noch Malereien an der Hausfront an das Schicksal der Verfolgten. Der Hexenturm wies ursprünglich keine ebenerdige Tür auf. Im Turm sollen „Zauberer“ und „Hexen“ in aufgehängten Kupferkesseln verwahrt worden sein. Der Aberglaube besagte, sie könnten sich unsichtbar machen, wenn sie den Boden berühren. Essen wurde durch kleine Fenster über Stangen an die Gefangenen gereicht. Auf der Turmspitze war eine auf einem Besen reitende Hexenfigur aus Blech angebracht. Diese ist heute im Burgmuseum auf der Festung Hohensalzburg ausgestellt.

 

 

 

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