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Auf der Losegg-Alm da gibt’s koa Sünd

Wenige Kilometer vom Wintersportort Annaberg entfernt liegt die idyllische Loseggalm, wo Niki Rettenbacher in den Sommermonaten täglich zum „Käsen“ hochfährt. Vom Tal aus ist die Alm über gut ausgebaute Wanderwege zu Fuß oder per Mountainbike zu erreichen. Über einen holprigen Waldweg geht es mit Nikis Allrad-Auto aber doch etwas schneller auf gut 1.500 Höhenmeter – ausnahmsweise, denn Autos sind ab einer gewissen Höhe zum Schutz der wunderschönen Gegend nicht mehr erlaubt.

Bei traumhaftem Wetter erreichen wir nach gut einer Stunde Autofahrt die Loseggalm. Niki erzählt mir, dass die Alm bereits seit gut 400 Jahren bewirtschaftet wird und sich derzeit seine Schwiegereltern um den Almbetrieb und die dort befindliche Langfeldhütte kümmern. „Die Alm bewirtschaften wir zusätzlich zum Fürstenhof, hier verbringt außerdem ein Großteil unserer Kühe den Sommer. Die Jersey-Rinder, die hier oben grasen, werden auch direkt auf der Alm gemolken und ich habe mir hier oben sogar eine kleine Almsennerei eingerichtet“, sagt Niki, der mir noch seinen Schwiegervater Peter Kendlbacher vorstellt und sich gleich danach in Schale wirft, um mit dem Käsemachen zu beginnen.

Niki bereitet die frisch gemolkene Rohmilch vor, füllt sie in einen großen Bottich und bringt diesen in seine kleine Almsennerei. Dort beginnt er die Molke abzuschöpfen und den nach einiger Zeit geronnenen Käse in runde Formen zu füllen. Er erzählt, dass hier ein Gespür für den richtigen Moment essentiell ist und man nicht zu früh und nicht zu spät dran sein darf: „Wenn der Käse noch etwas glasig ist, ist es zu früh. Erst wenn er eine trübe Färbung bekommt, kann er abgeschöpft werden“.

Während Niki weiterarbeitet, unterhalte ich mich mit Peter, der mich gleich über die lokalen Gegebenheiten informiert: „Die Loseggalm liegt direkt am Fuß der Salzburger Dolomiten, wobei das Gebiet auch als Gosaukamm oder Stuhlgebirge bekannt ist“, erzählt mir Peter, der sich in der Gegend hervorragend auskennt. Die Berge, die auf der Loseggalm zum Greifen nahe scheinen, hinterlassen bei mir einen imposanten Eindruck – und das, obwohl ich ja ursprünglich aus Vorarlberg bin.

Peter erzählt mir, dass der höchste Berg in der Nähe die Bischofsmütze – ein Ausläufer des Dachsteingebietes – mit gut 2.500 Metern Höhe ist. Natürlich interessiert mich auch, welche Almkräuter hier oben besonders gut wachsen. „Zum Beispiel das Erzherzog Johann Almrösl, der Frauenschuh oder auch der Alpen-Thymian. Die kannst du direkt auf der Almwiese pflücken – vorausgesetzt unsere Kühe waren nicht schneller“, witzelt Peter.

Ich erfahre, dass auf der Alm in den Sommermonaten meist zwischen 60 und 70 Kühe – darunter auch Nikis Jersey-Rinder – grasen, außerdem leben hier 5 Pferde und 4 Schweine. Bewirtschaftet wird die Alm von Anfang Juni bis Ende September. „Je nach Schneefall. Also wenn schon im September der erste Schnee kommt, sind wir teilweise leider auch schon früher weg“, so Peter.

Auf den meisten Bergen in der Umgebung war er übrigens schon, nur den leichtesten, den Donnerkogel, hat er bislang ausgelassen. Während Niki mit Käsemachen beschäftigt ist, spendiert mir Peter eine reichhaltige Bretteljause. Darauf sind neben zugekauftem Speck und Tomaten vor allem die direkt auf der Alm selbst produzierten Produkte zu finden. Neben dem bereits am Fürstenhof probierten Almkäse mit Honig-Kräuterkruste warten weitere ausgefallene Kreationen darauf, von mir verspeist zu werden. In Erinnerung geblieben ist mir beispielsweise der Chili-Käse, der in meinem Mund ein wahres Geschmacksfeuerwerk entfachte.

Bei einem Bier, einem fruchtigen Obstler und einer zünftigen Jause lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Satt und erschöpft freue ich mich auf mein Nachtquartier, das sich im hinteren Teil der Langfeldhütte befindet und für bis zu 10 müde Almgäste Platz bietet.

Meinen Ausflug zum Fürstenhof und auf die Loseggalm gibt es auch auf Video:

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