
Krampusse, Perchten u.v.m. sind aus dem winterlichen Brauchtum im SalzburgerLand nicht wegzudenken.
Zahlreiche dieser Umzüge finden unter begeisterter Beteiligung der Bevölkerung im Dezember (Adventzeit) bzw. Anfang Januar statt. Besonders bekannt ist der Pongauer Krampuslauf bei welchem mehr als 400 Krampusse aus der gesamten Region zusammenkommen.
Alljährlich am 05. Jänner
Mit dem Spruch "Glück hinein - Unglück heraus, die Percht kimmt ins Haus" begrüßt die Perchtengruppe des Heimatvereins "D' Rabenstoana" in Golling die Bauersleute, bevor zu den Trommelschlägen der Tanz der Perchten vor dem Bauernhaus beginnt. Das Spiel wurde nach mündlicher Überlieferung und nach Aufzeichnungen von Karl Adrian 1996 wiederbelebt.
Im Zentrum des Spiels steht das Streitgespräch der Figuren Sommer und Winter.
(Vgl. Salzburger Volkskultur, 20. Jg., November 1996).
Alljährlich am 05. Jänner
Im Rauriser Tal ist ab dem späten Nachmittag des 5. Jänner die Schnabelpercht unterwegs, um sich in den Bauernhöfen von Ordnung und Sauberkeit zu überzeugen.
Ihr lautes "Qua, qua" kündet den Hausbewohnern ihr Kommen an und wehe, wenn sie noch irgendwo Schmutz fände, "sie würde der faulen Dirn den Bauch aufschneiden und den Unrat hineintun" - wovon die große, mitgebrachte Schere in ihren Händen kündet.
Zu ihrer Ausrüstung gehört weiters ein Buckelkorb, in dem Platz für Geschenke ist.
Das Besondere dieser Figuren sind die bis zu 50 Zentimeter langen Klapperschnäbel, der ihnen das Aussehen von Riesenvögeln gibt.
Anfang Jänner
Abwechselnd finden um Dreikönig große feierliche Perchtenzüge und Perchtentreffen in Gastein, St. Johann, Bischofshofen und Altenmarkt statt.
Eine Vielfalt von Masken hat sich dabei im Laufe der Zeit, beladen mit langer Tradition, in zwei Hauptgruppen, nämlich Gute und Böse aufgespalten.
Die eine Seite führen die Schönperchten mit tafelartigem Kopfputz an, die andere vertreten die "Schiachen" mit gehörnten furchterregenden Larven. Eine Fülle von Begleitgestalten kreist um beide Gruppen, oft auf die Sagenwelt oder auf typische Figuren des Volkslebens bezogen.
Früher verband die Bevölkerung mit diesen Umzügen den Glauben an ein gutes Jahr und die Fruchtbarkeit des Bodens.
Unken, Stuhlfelden, Zell am See
Alljährlich am 06. Jänner
Am Dreikönigstag ziehen in Unken, Stuhlfelden und Zell am See die farbenprächtigen Tresterer von Hof zu Hof, von Haus zu Haus, um den Bewohnern Glück und Segen für das neue Jahr zu wünschen.
Die Tresterer gehören der Gruppe der "Schönperchten" an, im Mittelpunkt dieses einzigartigen Brauches steht ihr bezeichnender Sprungtanz, den sie in den Stuben der Höfe aufführen.
Über die Bedeutung dieses Tanzes gehen die Meinungen auseinander, einmal wird er mit dem Hereinholen und Stampfen (= Trestern) des Getreides in Verbindung gebracht, zum anderen sollen durch das Trestern Boden und Acker geweckt werden.
Die Gruppe der Tresterer wird von Musikanten, einigen Schiachperchten, dem Hanswurst und weiteren Figuren aus dem Volksleben begleitet.